Alibaba stellte am Dienstag auf seiner jährlichen Apsara-Konferenz im chinesischen Hangzhou den KI-Beschleuniger Zhenwu V900 sowie Pläne für wesentlich größere Qwen-Modelle vor. Der Konzern bezeichnet den Prozessor als Chinas leistungsstärksten KI-Chip und gibt die dreifache Leistung des Vorgängers Zhenwu M890 an. Unabhängige Vergleichstests bestätigen diese Herstellerangabe bislang nicht.
Alibabas Halbleitersparte T-Head entwickelte den V900 sowohl für das Training von Modellen als auch für die Inferenz, also jene Berechnungen, die ein trainiertes System bei Antworten an Nutzer ausführt. Nach Unternehmensangaben besitzt der Beschleuniger 216 Gigabyte Speicher, eine Bandbreite zwischen den Chips von 1.200 Gigabyte je Sekunde und Unterstützung für die Zahlenformate FP8 und FP4, die den Rechenaufwand verringern sollen.
Alibaba erklärte, der Prozessor lasse sich zusammen mit der eigenen Netzwerk-, Speicher- und Servertechnik in Verbünden aus bis zu 500.000 Karten betreiben. Die Massenproduktion und der kommerzielle Start sind für das erste Quartal 2027 vorgesehen. Chips der Zhenwu-Familie bedienen laut Konzern bereits mehr als 650 Kunden aus Branchen wie Automobilbau, Finanzwesen, Energie und Fertigung.
Neben der Hardware befindet sich laut Alibaba Qwen 4 im Training. Für die späteren Systeme Qwen 4.5 und Qwen 5 plant der Konzern zwischen fünf und zehn Billionen Parameter. Das derzeitige Spitzenmodell Qwen3.8-Max umfasst 2,4 Billionen Parameter. Die Parameterzahl beschreibt die Größenordnung eines Modells, belegt allein jedoch weder Genauigkeit noch Effizienz oder Sicherheit.
Vorstandschef Eddie Wu setzte außerdem das Ziel, dass Alibaba Cloud bis 2032 weltweit Rechenzentrumskapazitäten von mehr als 20 Gigawatt betreibt. Reuters berichtete, Wu habe die Kundennachfrage nach KI als außergewöhnlich stark beschrieben und zugleich auf Engpässe in den Lieferketten hingewiesen. Noch im laufenden Quartal will Alibaba seine KI-Supernodes in kommerziellem Maßstab bereitstellen.
Die Ankündigungen verschärfen den Wettbewerb um Chips, Modelle und Cloud-Infrastruktur für generative KI. Chinesische Unternehmen suchen verstärkt heimische Alternativen zu modernen Nvidia-Prozessoren, während die Vereinigten Staaten ihre Exportkontrollen verschärfen. Entscheidend bleibt nun, ob Alibaba den Produktionsplan für 2027 einhält und unabhängige Nutzer die in Hangzhou genannten Vorteile bei Leistung und Kosten bestätigen.
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