Die Veröffentlichung von elf Claude Cowork Plugins durch Anthropic am 30. Januar hat Schockwellen durch die globalen Technologiemärkte geschickt und etwa 285 Milliarden Dollar von der kombinierten Marktkapitalisierung von SaaS- und Rechtstechnologieunternehmen ausgelöscht. Das Ereignis, von Händlern als SaaSpocalypse bezeichnet, stellt eine der dramatischsten Einzeltagesstörungen im Enterprise-Software-Sektor der jüngsten Geschichte dar.
Thomson Reuters erlitt den stärksten Rückgang und stürzte um 18 Prozent ab, während Investoren die potenziellen Auswirkungen von Claudes Fähigkeiten zur Rechtsrecherche und Dokumentenanalyse auf die Westlaw- und Practical Law-Abteilungen des Unternehmens bewerteten. Salesforce-Aktien fielen um 7 Prozent inmitten von Bedenken, dass KI-gestützte Workflow-Automatisierung die Nachfrage nach traditionellen Kundenbeziehungsmanagement-Plattformen reduzieren könnte. Andere große SaaS-Anbieter einschließlich SAP, Workday und ServiceNow verzeichneten Rückgänge zwischen 4 und 9 Prozent.
Die Claude Cowork Suite führt Enterprise-Grade KI-Agenten ein, die in der Lage sind, Aufgaben über populäre Geschäftsanwendungen hinweg autonom zu verwalten. Plugins für Salesforce, juristische Recherche-Datenbanken, Finanzanalyse-Tools und Projektmanagement-Plattformen können nun komplexe mehrstufige Workflows mit minimaler menschlicher Intervention ausführen. Anthropic positioniert die Technologie als Mittel zur Steigerung der Mitarbeiterproduktivität anstatt Mitarbeiter zu ersetzen, obwohl die Marktreaktion darauf hindeutet, dass Investoren dieser Darstellung skeptisch gegenüberstehen.
Indische Technologiedienstleistungsunternehmen standen unter schwerem Druck, da der NSE IT Index während der Handelssitzungen zwischen 6 und 7 Prozent fiel. Große Outsourcing-Unternehmen einschließlich Infosys, TCS und Wipro verzeichneten erhebliche Verluste, während Analysten warnten, dass KI-gestützte Automatisierung die Geschäftsprozess-Outsourcing-Industrie, die das Wachstum des indischen Technologiesektors seit Jahrzehnten angetrieben hat, grundlegend umgestalten könnte.
Branchenanalysten sind über die langfristigen Auswirkungen geteilter Meinung. Einige argumentieren, dass der Ausverkauf eine Überreaktion darstellt und weisen darauf hin, dass Enterprise-Software-Übergänge aufgrund von Sicherheits-, Compliance- und Integrationsanforderungen typischerweise schrittweise erfolgen. Andere behaupten, dass Anthropic eine Schwelle überschritten hat, bei der KI-Fähigkeiten nun direkt mit etablierten Softwareprodukten konkurrieren, anstatt sie nur zu ergänzen. Anthropic hat die Marktreaktion nicht öffentlich kommentiert, bekräftigte aber sein Engagement für einen verantwortungsvollen KI-Einsatz.
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