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Astronomen finden zehnminütiges Röntgensignal nach kurzem Ausbruch

Veröffentlicht am 30. September 2026 0 Aufrufe

Ein internationales Astronomenteam hat einen fast zehn Minuten langen Röntgenblitz mit einem Gammastrahlenausbruch von etwa 0,4 Sekunden Dauer in Verbindung gebracht. Das Ergebnis deutet darauf hin, dass manche Zusammenstöße kompakter Sterne viel länger aktiv bleiben als der erste Ausbruch vermuten lässt. Die Studie erschien am 30. September in Science Bulletin, teilte die an der Analyse beteiligte Universität Hongkong mit.

Die Forscher registrierten das Ereignis am 4. Juli 2025. Im Röntgenbereich trägt es die Bezeichnung EP250704a, im Gammabereich GRB 250704B. Kurze Gammastrahlenausbrüche gelten häufig als Folge der Verschmelzung kompakter Objekte, darunter Neutronensterne. Bisher untersuchten Astronomen vor allem die kurze Gammastrahlung; später ausgerichtete Teleskope verpassten möglicherweise die ersten, energieärmeren Röntgenstrahlen.

Die von China geleitete Mission Einstein Probe beobachtete die Quelle von Beginn an im weichen Röntgenbereich. Space Variable Objects Monitor und Insight-HXMT erfassten den Gammaausbruch. Das Team nutzte zudem spätere Messungen bodengebundener Anlagen, darunter das Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte, um die Quelle und ihre Entfernung zu untersuchen.

Laut der Analyse hielt das Röntgensignal nach dem kurzen Gammaausbruch etwa 560 Sekunden an. Sein wechselndes Spektrum und seine schnellen Schwankungen passen laut den Autoren nicht zu einer einfachen Erklärung durch ein gewöhnliches Nachleuchten. Sie deuten die lange Röntgenphase vielmehr als fortgesetzte Energiefreisetzung aus dem zentralen Antrieb einer Verschmelzung kompakter Objekte.

Als mögliche Energiequelle nennen die Forschenden einen schnell rotierenden Neutronenstern mit starkem Magnetfeld, einen sogenannten Magnetar. Ob ein solches Objekt bei diesem Ereignis tatsächlich zurückblieb, ist jedoch nicht belegt. Die Beobachtung zeigt auch nicht, dass jeder kurze Gammaausbruch eine lange Röntgenphase besitzt; weitere Fälle sind nötig, um deren Häufigkeit zu bestimmen.

Die Studie legt nahe, dass großflächige Beobachtungen im weichen Röntgenbereich Verschmelzungen aufspüren oder genauer beschreiben können, die Gamma-Instrumente nur teilweise erfassen. Damit hätten Astronomen ein zusätzliches Signal für den Vergleich mit künftigen Nachweisen von Gravitationswellen und für die Erforschung der ersten Augenblicke nach einer Kollision kompakter Sterne. Weitere Beobachtungen sollen diesen Zusammenhang prüfen.

Quellen: Science Bulletin, doi:10.1016/j.scib.2026.08.021; University of Hong Kong, September 30, 2026; European Research Council news release, September 30, 2026

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