Atletico Madrid feierte am Montagabend im Metropolitano-Stadion einen verheerenden 5:2-Sieg über Tottenham Hotspur im Hinspiel des Achtelfinales der Champions League. Dieses Spiel geht als eine der außergewöhnlichsten Torwart-Katastrophen in die Geschichte des europäischen Fußballs ein. Antonin Kinsky schrieb unrühmliche Geschichte als erster Torhüter der Champions League, den das Trainerteam unverletzt innerhalb der ersten 20 Minuten vom Feld nahm — nicht wegen einer Verletzung, sondern nach zwei katastrophalen Fehlern, die Atletico einen uneinholbaren Vorsprung bescherten. Das Ergebnis stellt Tottenham vor dem Rückspiel in London vor eine nahezu aussichtslose Situation.
Der Albtraum begann bereits in der sechsten Minute, als Kinsky, den Cheftrainer Igor Tudor in einem taktischen Experiment dem eigentlichen Stammtorhüter Guglielmo Vicario vorzog, bei dem Versuch eines Querpasses aus dem eigenen Strafraum ausrutschte. Ademola Lookman eroberte den verirrten Ball und fand Julian Alvarez, der Marcos Llorente für einen souveränen Abschluss zum 1:0 bediente. Antoine Griezmann erhöhte in der 14. Minute auf 2:0, bevor Kinsky nur zwei Minuten später seinen zweiten fatalen Fehler beging. Er verschätzte sich bei einem Rückpass von Micky van de Ven völlig, woraufhin Alvarez den Ball seelenruhig ins leere Tor schob und auf 3:0 stellte.
Das 3:0 nach nur 14 Minuten und 59 Sekunden stellte einen neuen Rekord in der K.o.-Phase der Champions League auf — nie zuvor hatte eine Mannschaft so früh einen Drei-Tore-Vorsprung erzielt. Tudor sah sich in der 17. Minute zur historischen Auswechslung gezwungen, nahm den völlig verstörten Kinsky vom Feld und brachte Vicario zwischen die Pfosten. Die Entscheidung, Kinsky anstelle des erfahrenen Vicario aufzustellen, dürfte in den kommenden Tagen erheblicher Kritik ausgesetzt sein, da zahlreiche Experten Tudors Urteilsvermögen bereits infrage stellen.
Atletico zeigte sich gnadenlos und baute den Vorsprung durch Robin Le Normand in der 22. Minute auf 4:0 aus, bevor Pedro Porro in der 26. Minute für Tottenham auf 4:1 verkürzte und einen kurzen Hoffnungsschimmer aufkommen ließ. Julian Alvarez erstickte jedoch alle Gedanken an ein Spurs-Wunder, als er in der 55. Minute seinen zweiten Treffer des Abends erzielte und den Vier-Tore-Vorsprung zum 5:1 wiederherstellte. Dominic Solanke erzielte in der 76. Minute noch den späten Ehrentreffer zum 5:2 für Tottenham, doch der Schaden war längst angerichtet.
Julian Alvarez ragte auf Seiten von Diego Simeones Mannschaft heraus. Mit einem Doppelpack und einer Torvorlage lieferte er eine Glanzleistung ab, die die Tottenham-Abwehr über die gesamte Spielzeit hinweg quälte. Die klinische Abschlussstärke und das intelligente Laufspiel des argentinischen Stürmers erwiesen sich als zu viel für eine Spurs-Defensive, die durch das Chaos im eigenen Tor schutzlos dastand. Seine Leistung unterstrich, warum Atletico erhebliche Mittel investierte, um ihn in die spanische Hauptstadt zu holen.
Für Tottenham und Tudor fällt die Analyse vernichtend aus. Die Entscheidung, Kinsky aufzustellen, angeblich motiviert durch den Wunsch, dessen überlegene Spieleröffnung zu nutzen, um gegen das hohe Pressing von Atletico von hinten heraus aufzubauen, schlug auf die denkbar spektakulärste Weise fehl. Tudor steht nun vor dem Rückspiel unter enormem Druck: Die Spurs sind gezwungen, einen Drei-Tore-Rückstand zu Hause aufzuholen — eine Aufgabe, die angesichts dieser Kapitulation nahezu unmöglich erscheint.
Die 5:2-Niederlage stellt eine der dunkelsten Nächte in Tottenhams europäischer Geschichte dar und beendet faktisch ihre Champions-League-Kampagne bereits im Achtelfinale. Atletico Madrid hingegen reist mit überragender Zuversicht zum Rückspiel nach London, im Wissen, dass der Einzug ins Viertelfinale so gut wie sicher ist.
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