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Blutmarker zeigt frühes Potenzial für CTE-Nachweis zu Lebzeiten

Veröffentlicht am 1. August 2026 546 Aufrufe

Ein für die Alzheimer-Krankheit entwickelter Proteinmarker im Blut könnte auch dabei helfen, chronisch-traumatische Enzephalopathie, kurz CTE, bei lebenden Menschen zu erkennen. Das geht aus vorläufiger Forschung hervor, über die Science News am 31. Juli berichtete. Das Team stellte fest, dass die Menge von eMTBR-tau243 mit dem Schweregrad einer nach dem Tod bestätigten CTE anstieg, betonte jedoch, dass die kleine Untersuchung noch keinen Diagnosetest liefert.

CTE ist eine fortschreitende Erkrankung des Gehirns, die mit wiederholten Schlägen gegen den Kopf zusammenhängt, etwa im Kontaktsport. Ärztinnen und Ärzte können sie bislang nur durch eine Untersuchung des Gehirngewebes nach dem Tod bestätigen; ein validierter biologischer Test zu Lebzeiten fehlt. Bei der Krankheit entstehen ungewöhnliche Ablagerungen von Tau, einem Protein, das Nervenzellen normalerweise stabilisiert und den Transport von Stoffen unterstützt.

Die Neurowissenschaftler Kanta Horie und Chihiro Sato von der Washington University prüften eMTBR-tau243 zunächst bei der Entwicklung eines Alzheimer-Tests. In der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit von 112 Menschen mit acht Gehirnerkrankungen traten erhöhte Werte vor allem bei Alzheimer auf. Eine überraschende Ausnahme bildete ein Patient mit fortgeschrittener CTE. Diese Beobachtung veranlasste das Team, Proben zu untersuchen, die zu gespendeten Gehirnen mit bestätigter Pathologie gehörten.

Die Forschenden analysierten Blut von 11 Spendern, deren Gehirne CTE zeigten. Der Marker lag über den Werten gesunder Kontrollpersonen und stieg je nach Krankheitsstadium: Fälle im Stadium I hatten deutlich niedrigere Werte als Fälle im Stadium IV. Für Stadium III standen nur zwei Gehirne zur Verfügung; ihre Ergebnisse deuteten lediglich auf ein mittleres Muster hin. Die CTE-Analyse ist noch nicht begutachtete Konferenzforschung und kam am 15. Juli bei der internationalen Konferenz der Alzheimer's Association in London zur Vorstellung.

Ein verlässlicher Test bei lebenden Menschen könnte Symptome besser einordnen und geeignete Teilnehmer für Therapiestudien bestimmen. Das Team erklärte allerdings, dass eine Bestätigung mit erheblich mehr Daten unverzichtbar ist. Ein an der Entwicklung des Tests beteiligter Wissenschaftler arbeitet für Eisai, ein Unternehmen, das Behandlungen gegen eMTBR-tau243 entwickelt. Diese Verbindung ist für die Einordnung der frühen Ergebnisse bedeutsam.

Unabhängige, begutachtete Arbeiten in Nature Medicine zeigen, dass der Plasmamarker Alzheimer-Tau-Ablagerungen abbildet. Eine weitere Studie aus dem Jahr 2026 ergab zugleich, dass klinische Symptomlisten allein nur schlecht mit nach dem Tod festgestellter CTE übereinstimmen. Die Befunde sprechen daher für weitere Biomarkerforschung, nicht für Routineuntersuchungen. Nötig sind unabhängige Wiederholungen, größere und vielfältigere Gruppen sowie Tests, ob sich CTE bei lebenden Patienten von anderen Tau-Erkrankungen unterscheiden lässt.

Quellen: Science News, Alzheimer's Association International Conference, Nature Medicine, Washington University School of Medicine

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