Andrea Bocellis geplante Konzerte in Indonesien sind ungewiss, nachdem der indonesische Ulema-Rat wegen früherer Aktivitäten mit Bezug zu Israel ihre Absage forderte. Das berichteten AP und The Jakarta Post am 14. Oktober. Die Polizei in Magelang zog zudem ihre Empfehlung für eine Genehmigung des Auftritts des italienischen Tenors in Borobudur zurück.
Bocellis offizieller Tourkalender führt Borobudur für den 31. Oktober und Jakarta International Expo für den 3. November 2026 auf. Die Konzertwebsite kündigt einen Freiluftauftritt in Borobudur und eine Hallenshow in Jakarta an, jeweils mit Links zum Ticketkauf. Die Veranstaltungen gehören zu seiner Welttournee zum 30. Jubiläum von Romanza.
Laut AP verwies der als MUI bekannte Rat auf eine Spendenveranstaltung 2010 in Los Angeles für die israelischen Streitkräfte und ein Konzert 2022 in Tel Aviv. Er hält diese Aktivitäten für unvereinbar mit seiner Haltung zum Konflikt in Gaza. AP zufolge genießen die Palästinenser breite öffentliche Unterstützung in Indonesien, das seit langem einen unabhängigen palästinensischen Staat befürwortet.
The Jakarta Post berichtete, Tourismusministeriumssekretär Bayu Aji habe erklärt, die Behörden prüften die Lage und würden die Haltung des Rates respektieren. Konzertgenehmigungen fielen jedoch nicht in die Zuständigkeit seines Ministeriums. Dieses hoffe auf eine Erklärung von Bocellis Vertretern zugunsten der palästinensischen Unabhängigkeit, so die Zeitung.
Das örtliche Medium detik berichtete, Magelangs stellvertretender Polizeichef Bim Rekoaji habe den Rückzug der Empfehlung bestätigt; das entsprechende Schreiben sei an die Veranstalter gegangen. Einen Grund nannte er laut detik nicht. Dieser Verwaltungsschritt betrifft Borobudur und belegt für sich genommen keine Absage beider Konzerte.
AP berichtete zunächst von keiner öffentlichen Antwort Bocellis oder der Veranstalter auf die Einwände. Bei der Prüfung der offiziellen Tour- und Konzertwebsites waren beide Termine weiterhin aufgeführt. Diese Einträge zeigen das angekündigte Programm, klären jedoch weder den Genehmigungsstreit noch bestätigen sie, dass die Auftritte stattfinden.
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