Brasilien meldete am 16. Oktober einen Rückgang der Abholzung im Amazonasgebiet um 41,8 % im Jahr bis Juli 2026. Das Weltraumforschungsinstitut INPE erfasste 3.335 Quadratkilometer gerodete Fläche, nach 5.731 im Vorjahr. Das ist der niedrigste Jahreswert seit Beginn der Aufzeichnungen 1988.
Laut INPE lag der bisherige Tiefstand 2012 bei 4.571 Quadratkilometern. Die neuen Zahlen betreffen August 2025 bis Juli 2026, nicht das Kalenderjahr. Pará verzeichnete die größte gerodete Fläche, gefolgt von Mato Grosso und Amazonas.
Auch der benachbarte Cerrado erreichte laut INPE einen Tiefstand. Der Verlust heimischer Vegetation sank dort um 23,8 % auf 5.516,69 Quadratkilometer, nach 7.235,27. Diese Datenreihe beginnt 2001. Mongabay berichtete ebenfalls über die Rückgänge in beiden Biomen.
Die Naturschutzbehörde ICMBio führte die Verbesserung auf Schutzgebiete und Kontrollen zurück. Sie meldete für 2023 bis 2026 insgesamt 11.900 Umweltverstoßbescheide und verhängte Geldbußen von 2,4 Milliarden Reais in Bundesschutzgebieten. Diese Zahlen beschreiben Maßnahmen der Rechtsdurchsetzung, nicht unbedingt tatsächlich eingezogene Beträge.
Brasilien kündigte außerdem Investitionen in die Überwachung an. Laut Entwicklungsbank BNDES stellt der Amazonienfonds 147,6 Millionen Reais für das INPE-Projekt SIM-Biomas bereit. Künstliche Intelligenz soll Rodung, Schädigung und Erholung der Vegetation besser erkennen und kurzfristige Umweltrisiken anzeigen.
Laut BNDES umfassen die nächsten Schritte Deter-Warnungen für Caatinga, Atlantischen Regenwald und Pampa sowie eine Verbesserung der Kartierung verbrannter Flächen von einem Kilometer auf 30 Meter Auflösung in Brasiliens Biomen. Trotz des Rekordrückgangs gehen weiterhin Tausende Quadratkilometer Vegetation verloren; das Programm soll schnellere, genauere Informationen für ihren Schutz liefern.
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