Werder Bremen gelang am Sonntagabend ein sensationelles Comeback beim 4:1-Sieg gegen Union Berlin im Stadion An der Alten Försterei und verließ damit die Abstiegszone der Bundesliga am 25. Spieltag auf dramatische Weise. Bereits am Nachmittag trennten sich der FC St. Pauli und Eintracht Frankfurt im Millerntor-Stadion torlos 0:0, ein Ergebnis, das den Hamburger Klub vier Punkte vom Relegationsplatz entfernte. Die Sonntagsspiele lieferten gegensätzliche Überlebensgeschichten, während der Kampf im Tabellenkeller weiter Gestalt annimmt.
Das Spitzenspiel in der Hauptstadt begann mit einer Union-Führung durch einen Elfmeter von Derrick Köhn in der 18. Minute, nachdem Niklas Stark Ilyas Ansah im Strafraum zu Fall gebracht hatte. Doch nur sechzig Sekunden später änderte sich das Spielgeschehen grundlegend, als Union-Mittelfeldspieler András Schäfer die Rote Karte für ein rücksichtsloses Foul an Jens Stage erhielt. Bremen ergriff sofort die Initiative, und die numerische Überlegenheit erwies sich als entscheidend für die Gäste aus dem Norden.
Olivier Deman erzielte in der 31. Minute den Ausgleich für Werder Bremen mit einem sehenswerten Schuss in den Winkel, und nur vier Minuten später köpfte Jens Stage nach einer Ecke von Cameron Puertas wuchtig zum 2:1 ein. Stage, der über die gesamten neunzig Minuten mit einem Tor und einer Vorlage eine herausragende Leistung zeigte, trieb Bremens Aufholjagd maßgeblich voran. Der dänische Nationalspieler beherrschte das Mittelfeld mit Autorität, sobald die Rote Karte die Waagschale zugunsten seiner Mannschaft neigte.
Marco Grüll baute die Führung in der 67. Minute auf 3:1 aus, als er nach einer präzisen Quervorlage von Romano Schmid aus kurzer Distanz einschob. Den Schlusspunkt setzte in der vierten Minute der Nachspielzeit der in Berlin geborene Teenager Patrice Čović mit seinem allerersten Ballkontakt in der Bundesliga. Der Youngster, der gerade erst als Einwechselspieler den Rasen betreten hatte, nahm einen Pass von Leonardo Bittencourt auf und schloss abgeklärt ab, um sein erstes Profi-Tor zu erzielen und ein unvergessliches Kapitel in seiner jungen Karriere zu schreiben.
Bremens Cheftrainer Daniel Thioune lobte seine Spieler nach dem Abpfiff und bezeichnete den Auftritt als Top-Leistung. Er hob die mentale Stärke hervor, die sein Kader nach dem frühen Rückstand bewiesen hatte. Der Sieg hebt Werder aus der Abstiegszone und gibt dem Verein neuen Glauben im Kampf um den Klassenerhalt mit noch neun ausstehenden Spieltagen. Die Rote Karte gegen Schäfer stellte den Wendepunkt dar und verwandelte eine Partie, die in Unions Gunst begonnen hatte, in einen souveränen Bremer Triumph.
Beim früheren Anstoß um 15:30 Uhr lieferten sich St. Pauli und Eintracht Frankfurt ein unterhaltsames, aber torloses Duell im Millerntor-Stadion. St. Pauli traf in einer engagierten ersten Halbzeit zweimal Aluminium durch Mathias Pereira Lage, dessen Volleyschuss am Pfosten landete, und Daniel Sinani, dessen Fernschuss die Latte traf. Frankfurt besaß die beste Chance der zweiten Hälfte, als Jean-Mattéo Bahoya von Oscar Højlund in Szene gesetzt war, doch St. Paulis Torwart Nikola Vasilj rettete mit einer starken Parade.
Der erkämpfte Punkt bringt St. Pauli auf vier Zähler Vorsprung vor Platz 17 und verschafft dem Aufsteiger in seiner ersten Bundesliga-Saison nach der Rückkehr ins Oberhaus wichtigen Puffer. Zusammen mit Bremens Sieg gegen Union Berlin haben die Sonntagsergebnisse den Abstiegskampf vor dem Endspurt der Saison neu geordnet. Bremens Flucht aus der Abstiegszone und Čovićs bemerkenswertes Debüttor bestimmen die Schlagzeilen, doch auch St. Paulis defensive Geschlossenheit gegen ein starkes Frankfurter Team verdient Anerkennung im Kampf um den Verbleib in der Liga.
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