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Klimaforscher warnen: 2026 droht das heißeste Jahr aller Zeiten zu werden

Veröffentlicht am 13. Mai 2026 879 Aufrufe

Klimaforscher haben eine eindringliche Warnung ausgesprochen: Das Jahr 2026 befindet sich auf dem Weg, entweder das zweitwärmste oder das wärmste Jahr in der aufgezeichneten Geschichte zu werden. Die Warnung der Forschungsgruppe World Weather Attribution erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem zahlreiche Klimaindikatoren weltweit Alarm schlagen und eine Beschleunigung extremer Wetterereignisse signalisieren, die in den kommenden Monaten Milliarden von Menschen betreffen könnten.

Die Meeresoberflächentemperaturen sind in den vergangenen Wochen auf nahezu beispiellose Werte gestiegen und nähern sich den höchsten jemals von ozeanographischen Überwachungssystemen dokumentierten Messwerten. Wärmere Ozeane wirken als mächtiger Antrieb für extreme Wetterereignisse: Sie verstärken Hurrikane, intensivieren Niederschlagsereignisse und stören marine Ökosysteme, die globale Nahrungsketten stützen. Wissenschaftler erklären, der gegenwärtige Wärmegehalt der Ozeane entspreche einem Planeten, der sich weiterhin in beunruhigendem Tempo erwärmt.

Die Waldbrandkrise hat bereits 2026 außergewöhnliche Ausmaße erreicht. Mehr als 150 Millionen Hektar sind allein in den ersten vier Monaten des Jahres verbrannt — eine Fläche, die 50 Prozent über dem jüngsten Durchschnitt für Waldbrandzerstörung liegt und doppelt so groß ist wie die Gesamtfläche, die im gleichen Zeitraum 2024 den Flammen zum Opfer fiel. Von den borealen Wäldern Kanadas und Sibiriens bis zu den Grasländern Südamerikas und Australiens dauern die Feuersaisons länger, fallen intensiver aus und lassen sich zunehmend schwerer eindämmen.

Zusätzlich zu diesen Bedenken erwarten Meteorologen die Entwicklung eines El-Niño-Klimamusters bereits ab Mai 2026. Einige Prognostiker warnen davor, dass dieses spezielle El-Niño-Ereignis besonders kräftig ausfallen und möglicherweise mit den stärksten jemals beobachteten Episoden vergleichbar sein dürfte. El Niño entsteht, wenn sich die Oberflächengewässer im zentralen und östlichen tropischen Pazifik erheblich erwärmen und dadurch eine Kettenreaktion atmosphärischer Veränderungen auslösen, die Wettermuster weltweit umgestalten.

Ein kräftiger El Niño birgt das Risiko, extreme Wetterereignisse auf mehreren Kontinenten gleichzeitig zu verschärfen. Regionen, die bereits für Dürre und Brände anfällig sind — darunter Teile Südostasiens, Australien und das südliche Afrika — müssen möglicherweise mit noch schwereren Trockenbedingungen rechnen. Gleichzeitig könnten Gebiete wie die Westküsten Amerikas und das Horn von Afrika verheerende Stürme und Überschwemmungen erleben, wenn feuchtigkeitsbeladene Luftmassen ihre üblichen Bahnen verändern.

Die Forschungsgruppe World Weather Attribution betonte, dass das Zusammentreffen dieser Faktoren einen besonders gefährlichen Moment für die globale Klimaresilienz darstellt. Die Kombination aus Rekordtemperaturen der Ozeane, beispielloser Waldbrandaktivität und einem möglicherweise verheerenden El Niño stellt das dar, was Forscher als zusammengesetztes Risiko bezeichnen — einzelne Gefahren interagieren und verstärken sich gegenseitig auf schwer vorhersehbare Weise.

Regierungen und Katastrophenschutzämter auf der ganzen Welt werden aufgefordert, sich auf eine längere Phase verschärfter Klimaextreme vorzubereiten. Wissenschaftler betonen: Obwohl El Niño ein natürliches Klimaphänomen ist, verstärkt die vom Menschen verursachte Erderwärmung seine Auswirkungen erheblich und macht die Lage brisanter als je zuvor.

Quellen: Climate Change News, RTE, World Weather Attribution

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