Real Madrid steckt in der schwersten internen Krise seit Jahren, nachdem Federico Valverde nach einer zweiten körperlichen Auseinandersetzung mit seinem Mannschaftskollegen Aurélien Tchouaméni dringend ins Krankenhaus gebracht werden sollte. Der uruguayische Mittelfeldspieler erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma, bekam Nähte für eine Wunde an der Stirn und verließ die medizinische Einrichtung im Rollstuhl. Er wird für El Clásico ausfallen und benötigt zwischen 10 und 14 Tagen Ruhe – ein verheerender Rückschlag für einen bereits zerrütteten Kader.
Der Vorfall, der von Quellen innerhalb des Vereins als der schwerwiegendste beschrieben wird, der sich jemals in Valdebebas ereignet hat, brach in der Umkleidekabine nach der Trainingseinheit am Donnerstag aus. Die Spannungen waren von Beginn des Tages an spürbar, als Valverde öffentlich den Handschlag mit Tchouaméni verweigerte und damit eine feindselige Atmosphäre über die gesamte Mannschaft legte. Es handelte sich um die zweite gewalttätige Konfrontation zwischen den beiden innerhalb von nur zwei Tagen, wobei Augenzeugen die zweite Schlägerei als deutlich schlimmer als die erste bezeichneten.
In einer überraschenden öffentlichen Erklärung, die Stunden nach seiner Entlassung erschien, bestritt Valverde jegliche Schlägerei. Der Uruguayer behauptete, er sei versehentlich gegen einen Tisch gestoßen und habe sich eine Schnittwunde an der Stirn zugezogen. Er erklärte, dass sein Mannschaftskollege ihn zu keinem Zeitpunkt geschlagen habe. Die Aussage sorgte für großes Erstaunen in den spanischen Sportmedien, wobei viele sie als Versuch interpretierten, beide Spieler vor weiteren Strafen zu schützen.
Real Madrid hat ein förmliches Disziplinarverfahren gegen beide Spieler eröffnet und bestätigt, dass der Verein den Vorfall unabhängig von Valverdes öffentlichem Dementi äußerst ernst nimmt. Eine Krisensitzung fand unmittelbar nach der Auseinandersetzung in der Kabine statt, wobei das Trainerteam und die erfahrenen Spieler versuchten, die Ordnung wiederherzustellen. Trainer Álvaro Arbeloa ist über den Zustand des Mannschaftszusammenhalts zutiefst beunruhigt.
Die gewalttätige Episode fällt in eine Phase wachsender Dysfunktion im Santiago Bernabéu. Die Mannschaft ist seit Wochen von internen Spaltungen erschüttert, darunter eine gemeldete Petition gegen Kylian Mbappés Führungsstil und anhaltende Spannungen um Vinícius Jr. Die Ergebnisse auf dem Platz spiegeln das Chaos abseits des Rasens wider, wobei sich die Form zum ungünstigsten Zeitpunkt der Saison verschlechtert hat.
Alle Blicke richten sich nun darauf, wie die Vereinsführung mit den Folgen umgehen wird. Mit dem näherrückenden Clásico und dem Titelrennen in der Schwebe steht der Verein vor der undankbaren Aufgabe, die Einheit wiederherzustellen und gleichzeitig angemessene Strafen zu verhängen. Die nächsten Tage werden zeigen, ob diese Krise eingedämmt werden kann oder ob sie den Beginn eines tieferen Zerfalls bei einer der traditionsreichsten Institutionen des Weltfußballs markiert.
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