Starke Regenfälle haben mindestens fünf Menschen im Norden Chinas getötet, während der Tropensturm Maysak am Samstag die Südküste des Landes heimsuchte, Bäume entwurzelte und Fahrzeuge unter Wasser setzte, als Flüsse über ihre Ufer traten. Gleichzeitig kämpfen Hunderte Feuerwehrleute in Südeuropa gegen sich rasch ausbreitende Waldbrände in Portugal, Griechenland und Spanien, wobei die Behörden in mehreren Regionen vor giftigem Rauch warnen. Die gleichzeitigen Katastrophen verdeutlichen die zunehmende Häufigkeit extremer Wetterereignisse durch den Klimawandel in Asien und Europa.
In China kamen zwei Dorfbewohner am Samstagabend bei einer Sturzflut in den Bergen im östlichen Teil der Inneren Mongolei ums Leben. Einer ertrank beim Viehhüten, der andere riss das Wasser mit, als er versuchte, seine Tiere in Sicherheit zu bringen. Drei weitere Todesfälle meldeten die Behörden am selben Tag in der Stadt Fushun in der benachbarten Provinz Liaoning. Im Süden ließ der Tropensturm Maysak Flüsse in der Stadt Fangchenggang in Guangxi über die Ufer treten und überflutete Autos bis zum Dach. Rettungskräfte setzten Schlauchboote ein, um eingeschlossene Bewohner zu erreichen. Lokale Beamte bezeichneten die Überschwemmungen als die schlimmsten seit zwei Jahrzehnten.
Der Sturm zog auch nach Vietnam weiter, wo er am Samstagabend in der Grenzstadt Mong Cai Bäume fällte und Metalldächer von Gebäuden riss. Die chinesischen Wetterbehörden hielten ihre Warnungen vor starken Niederschlägen in mehreren Provinzen aufrecht. Hunderttausende Bewohner in Tieflandgebieten stehen in Bereitschaft für mögliche Evakuierungsanordnungen.
In Südeuropa hat sich die Lage bei den Waldbränden dramatisch verschärft. Im Gebiet Vouzela in Zentralportugal versuchten mehr als 1.200 Feuerwehrleute mit Unterstützung von fast 400 Fahrzeugen und 15 Flugzeugen einen Brand einzudämmen, der am Donnerstag ausgebrochen war und bis Sonntag bereits 12.000 Hektar vernichtet hatte. Spanien entsandte am Freitag 120 Feuerwehrleute und 45 Fahrzeuge als Verstärkung, während Löschflugzeuge aus Italien und Spanien ebenfalls zur Unterstützung der portugiesischen Einsatzkräfte abkommandiert sind.
In Griechenland brach am Samstagabend ein sich schnell ausbreitendes Feuer in einer Recyclinganlage nahe dem Vorort Oraiokastro bei Thessaloniki aus und löste Evakuierungswarnungen für drei Vororte sowie eine Einrichtung mit 157 Menschen mit besonderen Bedürfnissen aus. Rund 160 Feuerwehrleute bekämpften die Flammen die ganze Nacht hindurch, bis bei Tagesanbruch Löschflugzeuge eingesetzt werden konnten. Die Behörden forderten Bewohner in Teilen Thessalonikis auf, in ihren Häusern zu bleiben und Fenster geschlossen zu halten wegen des giftigen Rauchs. Ein weiterer Großbrand westlich von Athen erforderte den Einsatz von mehr als 150 zusätzlichen Feuerwehrleuten samt Hubschraubern.
Im nordöstlichen Girona in Spanien hatte ein seit Freitag wütender Waldbrand fast 2.200 Hektar erfasst, mit einem Feuerumfang von 40 Kilometern. Die Feuerwehr berichtete, den Brand bis Sonntag nicht unter Kontrolle gebracht zu haben, da starke Winde die Flammen weiter anfachten. Klimawissenschaftler verweisen auf steigende globale Temperaturen und veränderte Wettermuster als treibende Faktoren hinter den gleichzeitigen Extremereignissen auf mehreren Kontinenten. Diese spiegeln umfassendere atmosphärische Störungen wider, die mit der vom Menschen verursachten Erwärmung zusammenhängen.
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