Der FC Heidenheim und der VfB Stuttgart haben am Samstagabend in der Voith-Arena ein atemberaubendes 3:3-Unentschieden abgeliefert, das zu den dramatischsten Begegnungen des 23. Spieltags der Bundesliga-Saison zählt. Sechs Tore, zwei verwandelte Elfmeter und ein Ausgleich in der Nachspielzeit durch Deniz Undav prägten ein Spiel, das die Zuschauer bis zur letzten Sekunde in Atem hielt und Heidenheim um einen wichtigen Dreier im Abstiegskampf brachte.
Der VfB Stuttgart erwischte den besseren Start und ging bereits in der 5. Minute durch Chris Führich in Führung, der mit einem präzisen Abschluss die frühe Führung für die Gäste erzielte. Doch der FCH zeigte Moral und kämpfte sich zurück: Eren Dinkci traf in der 20. Minute zum Ausgleich und entfachte damit die Hoffnungen der heimischen Anhänger in der ausverkauften Voith-Arena. Das Momentum schwang endgültig zugunsten der Gastgeber, als Arijon Ibrahimovic in der 34. Minute einen Strafstoß souverän verwandelte und Heidenheim damit erstmals an diesem Abend mit 2:1 in Führung brachte.
Der VfB Stuttgart bewies jedoch Nehmerqualitäten und glich noch vor der Halbzeitpause aus. Maximilian Mittelstädt trat in der 44. Minute zum Elfmeter an und verwandelte sicher zum 2:2. Damit gingen beide Mannschaften mit einem gerechten Remis in die Kabine. Die erste Halbzeit allein bot vier Treffer und ließ auf eine ebenso packende zweite Hälfte in diesem schwäbischen Duell hoffen, das seiner Bezeichnung als Derby in jeder Hinsicht gerecht zu werden versprach.
Nach der Pause verlief die Begegnung zunächst deutlich taktischer und ausgeglichener. Beide Trainer setzten auf defensive Stabilität, um keine weiteren Fehler zu riskieren. Heidenheims Trainer Frank Schmidt versuchte mit klugen Wechseln frische Impulse zu setzen, während VfB-Coach Sebastian Hoeneß sein Team zu mehr Ballkontrolle aufforderte. Über weite Strecken des zweiten Durchgangs neutralisierten sich beide Mannschaften.
Diese taktische Disziplin zerbrach in der 82. Minute, als Sirlord Conteh für Heidenheim traf und damit ein wahres Beben in der Voith-Arena auslöste. Die Fans sprangen von den Sitzen, der gesamte Stadionkessel tobte. Mit nur acht Minuten regulärer Spielzeit verbleibend schien es, als hätte sich der Tabellenletzte einen historischen und enorm wichtigen Sieg im Abstiegskampf gesichert. Ein Dreier gegen den Champions-League-Anwärter aus Stuttgart hätte ein starkes Signal an die Konkurrenz gesendet.
Doch der VfB Stuttgart zeigte die Widerstandsfähigkeit einer Spitzenmannschaft. In der 90. Minute lieferte der eingewechselte Nikolas Nartey eine entscheidende Vorlage auf Deniz Undav, der eiskalt zum 3:3-Ausgleich vollendete. Dieser späte Treffer raubte Heidenheim die bereits sicher geglaubten drei Punkte und ließ die Heimfans fassungslos zurück. Für Stuttgart dagegen fühlte sich das Remis fast wie ein Sieg an.
Das Ergebnis hält Heidenheim am Tabellenende der Bundesliga fest, sechs Punkte vom rettenden Ufer entfernt. Jeder verlorene Punkt in dieser Saisonphase wiegt schwer, und der späte Ausgleich trifft den FCH besonders hart. Stuttgart hingegen behauptet den vierten Tabellenplatz mit zwei Zählern Vorsprung auf RB Leipzig im Rennen um die Champions-League-Qualifikation. In der entscheidenden Phase der Saison stehen beide Vereine vor großen Herausforderungen, wenn auch an völlig unterschiedlichen Enden der Tabelle.
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