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Rauch aus Indonesiens Waldbränden breitet sich in Südostasien aus

Veröffentlicht am 2. September 2026 0 Aufrufe

Rauch aus großflächigen Wald- und Torfbränden in Indonesien hat die Luftverschmutzung in Teilen des malaysischen Borneo auf gefährliche Werte getrieben und die Philippinen erreicht. Damit entwickelt sich der saisonale Brandnotstand zu einer regionalen Gesundheitskrise, während El Niño im September seinen Höhepunkt erreicht. Indonesische Behörden meldeten mehr als 50.000 akute Atemwegsinfektionen und verstärkten Einsätze aus der Luft und am Boden.

Indonesiens Forstministerium teilte mit, dass von Januar bis Juli rund 202.004 Hektar verbrannten, fast doppelt so viel wie die bis Juni erfassten 107.465 Hektar. Forstminister Raja Juli Antoni erklärte, nach verstärkten Maßnahmen im August sei die Zahl der Brandherde in Kalimantan und Sumatra gesunken. Er warnte jedoch, der September werde wegen des erwarteten Höhepunkts der mit El Niño verbundenen Trockenheit zur entscheidenden Belastungsprobe.

Das offizielle malaysische Luftverschmutzungsindex-System stufte am Dienstagmorgen sechs Messgebiete in Sarawak als gefährlich ein. Bernama meldete Werte von 408 in Serian, 407 in Kuching, 372 in Samarahan, 361 in Sri Aman, 333 in Sarikei und 309 in Sibu; Werte über 300 gelten als gefährlich. Tausende Schulen in Indonesien und Malaysia verlegten den Unterricht wegen der schlechten Luft und der Gesundheitsgefahren ins Internet.

Die Rauchfahne überquerte auch das Südchinesische Meer. Die Philippine News Agency berichtete am Dienstag über Dunst über dem Großraum Manila. Das Gesundheitsministerium riet den Menschen, Masken zu tragen und Aktivitäten im Freien einzuschränken. Die Behörden von Quezon City erklärten, die höhere Verschmutzung in Teilen des Landes könne mit Rauch aus Kalimantan zusammenhängen, den regionale Winde über große Entfernungen transportierten.

Indonesiens Gesundheitsministerium zählte von Juni bis August 50.891 akute Atemwegsinfektionen im Zusammenhang mit dem Rauch. Gefährliche Feinstaubpartikel bedrohen nach Angaben der Behörden besonders Kinder, ältere Menschen sowie Personen mit Herz- oder Lungenerkrankungen. Brände in kohlenstoffreichem Torf sind besonders schwer zu löschen, weil sie wochenlang unterirdisch schwelen und dichten Rauch freisetzen können.

Behörden setzten Löschflugzeuge und Wolkenimpfung ein, um Regen auszulösen. Sechs Inhaber forstwirtschaftlicher Genehmigungen erhielten Geldstrafen; mögliche Strafverfahren bleiben in Prüfung. Viele Feuer gingen nach Einschätzung der Verantwortlichen auf absichtliche Brandrodung zurück, und Satellitenanalysen identifizierten 42 Firmenkonzessionen mit hohem Brandpotenzial. Der weitere Verlauf hängt im September von Regen, Windänderungen und konsequenter Rechtsdurchsetzung ab.

Quellen: Reuters, Bernama, Indonesia Health Ministry via InfoPublik, Philippine News Agency, Quezon City Government

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