Zurück zur Startseite Iran stellt neue Hormus-Bedingungen nach Angriff auf emiratisches Schiff Welt

Iran stellt neue Hormus-Bedingungen nach Angriff auf emiratisches Schiff

Veröffentlicht am 8. August 2026 723 Aufrufe

Iran stellte am Samstag weitreichende neue Bedingungen für eine Wiederöffnung der Straße von Hormus. Die Vereinigten Staaten müssten ihr Verhalten ändern, bevor sich der Schiffsverkehr normalisieren könne, erklärte Teheran. Zugleich meldeten die Vereinigten Arabischen Emirate, eine iranische Rakete habe ein Schiff des staatlichen Energiekonzerns ADNOC getroffen. Die Entwicklungen vergrößern die Unsicherheit über Verhandlungen zu einer der wichtigsten Öl- und Gasrouten der Welt.

Irans Oberster Nationaler Sicherheitsrat verlangte von Washington, den Krieg gegen Iran und verbündete bewaffnete Gruppen dauerhaft zu beenden, Drohungen einzustellen, die Seeblockade iranischer Häfen aufzuheben und US-Truppen aus der Region abzuziehen. Die vom Staatsfernsehen verbreitete Erklärung forderte außerdem vollständigen Ersatz der Kriegsschäden, ein Ende der Sanktionen sowie die bedingungslose Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte. Eine unmittelbare Antwort aus den USA blieb aus.

Außenminister Abbas Araghchi erklärte gesondert, Iran und Oman stünden kurz vor einer Vereinbarung über die Schifffahrt, insbesondere über eine feste Transitroute. Eine Einigung auf einen Korridor allein öffne die Wasserstraße jedoch noch nicht. Oman vermittelt in dem Konflikt und teilte am Samstag mit, die Gespräche liefen in einer positiven und konstruktiven Atmosphäre weiter. Das Sultanat verurteilte zugleich Angriffe auf Schiffe in der Meerenge.

Die vorläufige Vereinbarung vom Juni sieht einen Zeitplan für Sanktionserleichterungen sowie Gespräche über Entschädigungen und eingefrorene Guthaben als Teil einer endgültigen Lösung vor. Die Verhandlungsfrist von 60 Tagen läuft in etwas mehr als einer Woche ab, lässt sich aber verlängern. Iran und Oman grenzen an die Meerenge, die vor dem Krieg als internationale Wasserstraße galt. Wegen des Konflikts bleibt die Zahl der Schiffspassagen stark vermindert.

Das Außenministerium der Emirate erklärte, Iran habe am frühen Samstag während der Durchfahrt durch die Meerenge eine Rakete auf ein ADNOC-Schiff abgefeuert. ADNOC meldete keine Opfer und nannte weder Schäden noch den genauen Ort. Nach Angaben des Unternehmens trafen Raketen- oder Drohnenangriffe seit Beginn des Krieges der USA und Israels gegen Iran im Februar mehr als zwölf eigene Schiffe. Ein Besatzungsmitglied starb, 20 weitere erlitten Verletzungen.

Die britische Meldestelle für Handelsschifffahrt berichtete später von einem Projektiltreffer auf ein Schiff östlich von Khasab im Oman. Die Besatzung löschte den entstandenen Brand und blieb sicher. Ob es sich um den ADNOC-Vorfall handelte, blieb offen. Angesichts des geringen Verkehrs und der nahenden Frist erschweren Irans Forderungen und der neue Angriff die Vermittlung bei Sicherheit, Sanktionen und Kontrolle der Passage.

Quellen: Associated Press, The Guardian, Oman Foreign Ministry, United Kingdom Maritime Trade Operations

Kommentare