Eine Bundesrichterin in Kalifornien hat am Mittwoch, dem 30. September, eine Einigung gebilligt, die ein wesentliches rechtliches Hindernis für die geplante Fusion von Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery beseitigt. Die Unternehmen rechnen vorbehaltlich üblicher Bedingungen mit einem Abschluss am 6. Oktober. Zwölf Generalstaatsanwälte von US-Bundesstaaten hatten gegen den Zusammenschluss geklagt, weil sie Nachteile für den Wettbewerb in der Unterhaltungsbranche befürchteten.
Bundesrichterin Araceli Martínez-Olguín unterzeichnete die Vereinbarung zur Beilegung des Kartellverfahrens der Staaten, berichten Associated Press und Los Angeles Times. Unter Führung des kalifornischen Generalstaatsanwalts Rob Bonta hatten die Staaten im Juli versucht, den Deal zu stoppen. Sie verwiesen auf mögliche Folgen für Kinobesucher, Fernsehkunden und Beschäftigte. Die Entscheidung beseitigt dieses staatliche Verfahren als Hürde, doch die Fusion ist noch nicht abgeschlossen.
Laut Kaliforniens Generalstaatsanwaltschaft muss der fusionierte Konzern in den ersten beiden Jahren jährlich mindestens 30 Filme und in den folgenden drei Jahren jährlich 32 Filme ins Kino bringen. Hinzu kommt die Zusage, über fünf Jahre mindestens 1,5 Milliarden Dollar zusätzlich in die Filmproduktion in den USA zu investieren. Verfehlt das Unternehmen die Filmziele, verlangt die Vereinbarung nach Angaben des Staates einen Verkauf von Miramax und eine Zahlung für jeden fehlenden Film.
Außerdem sieht die Einigung laut Kalifornien einen Fonds von 47,5 Millionen Dollar über fünf Jahre für Ausbildung und berufliche Entwicklung von betroffenen Beschäftigten vor. Vorgaben für Verhandlungen im Kabelfernsehgeschäft sollen den Wettbewerb schützen. Kritiker halten die Zusagen für unzureichend; die Staaten erklären dagegen, die durchsetzbaren Auflagen behandelten die in ihrer Klage genannten Schäden.
Paramount teilte separat mit, dass Ynon Kreiz, bisher Chef des Spielwarenkonzerns Mattel, nach dem Abschluss gemeinsam mit David Ellison Co-Chef des neuen Unternehmens sein soll. Laut Mitteilung tritt Kreiz am 5. Oktober bei Paramount ein und übernimmt das Tagesgeschäft sowie die Integration. Ellison soll sich auf Strategie und kreative Ausrichtung konzentrieren. Die neue Führungsstruktur setzt den Vollzug der Transaktion voraus.
Der Deal vereinte Paramount Pictures, CBS und Paramount+ mit Warner Bros. Pictures, HBO Max und CNN. Deshalb dürfte die Branche seine Folgen für Filmproduktion und Vertrieb genau verfolgen. Paramount und Warner Bros. Discovery nennen den 6. Oktober als erwarteten Abschlusstermin, nicht als Datum einer bereits vollzogenen Übernahme. Übliche Abschlussbedingungen gelten weiterhin.
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