Meta Platforms und AMD haben eine erweiterte strategische Partnerschaft im Wert von bis zu 100 Milliarden US-Dollar über fünf Jahre angekündigt, eines der größten Technologieabkommen der Geschichte. Im Rahmen der Vereinbarung plant Meta den Einsatz von bis zu 6 Gigawatt an AMD-Instinct-GPUs in seinen KI-Rechenzentren und stellt damit Nvidias Quasi-Monopol auf dem über 200 Milliarden Dollar schweren Markt für KI-Beschleuniger-Chips grundlegend infrage.
Gemäß den Vertragsbedingungen beginnt Meta ab der zweiten Jahreshälfte 2026 mit dem Kauf von AMDs neuesten MI450-Chips. Der erste Gigawatt-Einsatz umfasst maßgeschneiderte AMD-Instinct-MI450-GPUs in Kombination mit AMD-EPYC-Prozessoren der 6. Generation mit dem Codenamen Venice. Dieser massive Einsatz unterstreicht das Ausmaß von Metas Ambitionen im Bereich der künstlichen Intelligenz. Das Unternehmen beschreibt sein übergeordnetes Ziel als den Aufbau einer sogenannten persönlichen Superintelligenz.
Als Teil der Vereinbarung hat AMD an Meta einen leistungsbasierten Optionsschein für bis zu 160 Millionen AMD-Stammaktien zu einem Preis von 0,01 Dollar pro Aktie ausgegeben. Dies gibt Meta effektiv die Möglichkeit, bis zu 10 Prozent der Anteile an AMD zu erwerben. Der Optionsschein reift mit dem Erreichen von Chip-Liefermeilensteinen heran, wobei die AMD-Aktienkursziele auf bis zu 600 Dollar steigen. Die Finanzmärkte reagierten begeistert: AMDs Aktien legten im vorbörslichen Handel um mehr als 9 Prozent zu, ausgehend von einem Schlusskurs am Montag von 196,60 Dollar.
Analysten erwarten, dass die Partnerschaft die Wettbewerbslandschaft der KI-Chip-Industrie erheblich umgestaltet. AMD dürfte seinen Marktanteil bei KI-Beschleunigern von rund 9 Prozent im Jahr 2025 auf über 15 Prozent bis Ende 2026 steigern, maßgeblich angetrieben durch dieses Abkommen. Die Ankündigung erfolgt nur wenige Tage, nachdem Meta sich zum Einsatz von Millionen von Nvidia-GPUs verpflichtet hat, was darauf hindeutet, dass der Social-Media-Riese seine KI-Chip-Lieferkette aktiv diversifiziert, anstatt sich auf einen einzigen Anbieter zu verlassen.
Branchenbeobachter sehen in dem Abkommen einen Wendepunkt für AMD, das im Bereich der KI-Beschleuniger lange im Schatten von Nvidia agiert hat. Die enorme Dimension der Partnerschaft, die massive Chipbestellungen mit einer Eigenkapitalkomponente verbindet, schafft eine tief verwobene Beziehung zwischen den beiden Unternehmen. Für Meta reduziert die Diversifizierungsstrategie Lieferkettenrisiken und verschafft dem Unternehmen möglicherweise eine stärkere Verhandlungsposition bei künftigen Chipbeschaffungen.
Die Ankündigung verdeutlicht auch das sich verschärfende Wettrüsten unter den großen Technologieunternehmen um die Sicherung von KI-Rechenkapazitäten. Da die Nachfrage nach KI-Chips das Angebot weiterhin übersteigt, zeigen sich Unternehmen wie Meta bereit, außergewöhnliche Summen einzusetzen, um die für Training und Betrieb von KI-Modellen der nächsten Generation benötigte Hardware sicherzustellen. Der Umfang von 100 Milliarden Dollar reiht dieses Abkommen unter die größten jemals ausgehandelten Technologieverträge ein.
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