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Meta, TikTok und YouTube stehen vor historischem Suchtprozess

Veröffentlicht am 27. Januar 2026 203 Aufrufe

Ein wegweisender Prozess gegen drei der größten Social-Media-Unternehmen der Welt begann am 27. Januar 2026 vor dem Superior Court des Bezirks Los Angeles und markiert damit das erste Mal, dass Vorwürfe der Social-Media-Sucht bei jungen Nutzern in den Vereinigten Staaten vor einer Jury verhandelt werden. Meta, die Muttergesellschaft von Instagram, ByteDance, der Betreiber von TikTok, und Google, der Eigentümer von YouTube, sind als Beklagte in einem Fall benannt, der die Art und Weise verändern könnte, wie die Technologiebranche Kindersicherheit und Plattformgestaltung angeht.

Die Klägerin, die zum Schutz ihrer Privatsphäre nur als K.G.M. identifiziert wird, ist jetzt 19 Jahre alt und behauptet, dass eine anhaltende Nutzung von Social-Media-Plattformen ab dem Alter von 10 Jahren zu schwerwiegenden psychischen Gesundheitsfolgen geführt habe, darunter Depressionen, Angstzustände und körperdysmorphe Störungen. Die Anwälte von K.G.M. argumentieren, dass die Unternehmen sich voll bewusst waren, dass ihre Produkte so gestaltet waren, dass sie bei Minderjährigen zwanghafte Nutzungsmuster erzeugten, jedoch Engagement-Kennzahlen und Werbeeinnahmen über das Wohlergehen ihrer jüngsten Nutzer stellten.

Snap Inc., die Muttergesellschaft von Snapchat, war ursprünglich als Mitbeklagte benannt, erreichte jedoch letzte Woche einen Vergleich über eine nicht genannte Summe, sodass Meta, ByteDance und Google allein vor der Jury stehen. Richterin Carolyn Kuhl leitet das Verfahren, das voraussichtlich mehrere Wochen dauern wird. Eine der am meisten erwarteten Entwicklungen ist die vorgesehene Aussage von Meta-Chef Mark Zuckerberg, der möglicherweise zu internen Unternehmensforschungen befragt wird, die angeblich zeigten, dass Instagram für Teenager schädlich war.

Die Verteidigungsteams aller drei Unternehmen haben eine entschiedene Antwort vorgebracht und argumentieren, dass derzeit keine klinische Diagnose einer Social-Media-Sucht in etablierten psychiatrischen Rahmenwerken existiert. Sie betonen, dass ihre Plattformen in den letzten Jahren zahlreiche Sicherheitsfunktionen eingeführt haben, darunter elterliche Kontrollen, Bildschirmzeitbegrenzungen und Altersverifizierungstools, und dass Eltern die primäre Verantwortung für die Überwachung der Online-Aktivitäten ihrer Kinder tragen.

Eine zentrale Rechtsfrage im Prozess betrifft Abschnitt 230 des Communications Decency Act, der Technologieunternehmen traditionell vor der Haftung für nutzergenerierte Inhalte schützt. Richterin Kuhl hat den Schutz nach Abschnitt 230 teilweise angewandt, aber entschieden, dass die Jury bewerten darf, ob bestimmte Designmerkmale der Plattformen, wie endloses Scrollen, automatische Videowiedergabe und algorithmische Empfehlungssysteme, absichtlich entwickelt wurden, um die von Minderjährigen in den Apps verbrachte Zeit zu maximieren.

Rechtsanalysten sagen, dass das Ergebnis dieses Prozesses einen bedeutenden Präzedenzfall für Tausende ähnlicher Klagen schaffen könnte, die landesweit von Familien eingereicht wurden, die behaupten, dass Social-Media-Plattformen ihren Kindern psychischen Schaden zugefügt haben. Ein Urteil gegen die Unternehmen könnte eine existenzielle Bedrohung für grundlegende Geschäftsmodelle der sozialen Medien darstellen und möglicherweise weitreichende Änderungen in der Gestaltung und Vermarktung von Plattformen für jüngere Zielgruppen erzwingen.

Quellen: NPR, ABC News, Reuters, Breitbart News, Reason

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