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NASA hebt höhere Meeresspiegelprojektion für Thwaites-Gletscher hervor

Veröffentlicht am 21. Oktober 2026 0 Aufrufe

Die NASA berichtete am 20. Oktober, dass ein überarbeitetes Computermodell für den antarktischen Thwaites-Gletscher einen höheren Beitrag zum Meeresspiegelanstieg als einige frühere Schätzungen nahelegt. Die am 12. Oktober in Nature Communications veröffentlichte Studie projiziert unter konstanten Klimabedingungen bis 2100 bis zu rund 30 Millimeter, etwa das Doppelte des Mittelwerts eines früheren Modellvergleichs. Die Zahl betrifft allein Thwaites, nicht den gesamten weltweiten Meeresspiegelanstieg.

An der Studie beteiligen sich Forschende der Universität von Kalifornien in Irvine, des Jet Propulsion Laboratory der NASA und des Dartmouth College. Nach Angaben der NASA liegt die wesentliche Änderung in der Darstellung des Übergangs zwischen aufliegendem und schwimmendem Eis. Anstelle einer scharfen Grenze erfasst das Modell eine Zone, in der Meerwasser kilometerweit unter aufliegendes Eis eindringt und durch seine Wärme das Schmelzen verstärkt.

Das Team verglich Simulationen mit Satellitenbeobachtungen zu Rückzug, Ausdünnung und Beschleunigung des Gletschers von 1996 bis 2023. Laut Fachartikel war die Wahrscheinlichkeit, historische Trends nachzubilden, bei Simulationen ohne Aufsetzzone viermal geringer. Beobachtungen der ICEYE-Radarsatelliten halfen nach Angaben von UC Irvine zu zeigen, wie Gezeiten das Eis anheben und Meerwasser darunter eindringen lassen.

Die Ergebnisse verknüpfen den künftigen Rückzug auch mit dem Halt des Gletschers an unterseeischen Rücken. Laut UC Irvine zeigen Simulationen mit einer vier bis sechs Kilometer breiten Aufsetzzone eine Wahrscheinlichkeit von ungefähr 60 Prozent für die Ablösung vom Mouginot-Rücken bis 2100. Die höhere Meeresspiegelschätzung des Artikels liegt bei rund 30 Millimetern mit einer Unsicherheit von sechs Millimetern. Das sind bedingte Modellergebnisse, keine garantierte Entwicklung oder Belege für einen plötzlichen Kollaps.

Laut NASA kann die Arbeit die Informationsgrundlage für Küstenregionen verbessern, die steigenden Meeren ausgesetzt sind. Die Autoren nennen jedoch Grenzen, darunter eine feste Länge der Aufsetzzone sowie fehlende Wechselwirkungen zwischen Meerwasser und dem veränderlichen Hohlraum unter schwimmendem Eis. Künftige Modelle müssen die Entwicklung dieser Zone abbilden; zusätzliche Beobachtungen können helfen, die Projektionen zu prüfen.

Quellen: NASA (https://science.nasa.gov/blogs/science-news/2026/10/20/nasa-refines-thwaites-glacier-projections/); Nature Communications (https://www.nature.com/articles/s41467-026-77976-1); University of California, Irvine (https://www.ess.uci.edu/news/1643)

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