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NASA-Sonde Lucy enthüllt: Asteroid Donaldjohanson ist ein taumelndes erdnussförmiges Relikt

Veröffentlicht am 25. Juni 2026 690 Aufrufe

Die NASA-Sonde Lucy hat überraschende Details über den Asteroiden Donaldjohanson enthüllt und gezeigt, dass es sich um ein erdnussförmiges, taumelndes Relikt handelt, das durch den inneren Asteroidengürtel treibt. Forscher des Southwest Research Institute veröffentlichten ihre Ergebnisse am 18. Juni 2026 in der Fachzeitschrift Science, basierend auf Daten, die während Lucys Vorbeiflug am Asteroiden am 20. April 2025 gesammelt worden sind. Der Asteroid misst etwa 800 Meter im Durchmesser und besteht aus zwei großen Lappen, die durch einen schmalen Hals verbunden sind, was ihm seine charakteristische erdnussartige Silhouette verleiht.

Die Studie offenbart ein komplexes und ungewöhnliches Rotationsverhalten, das Donaldjohanson von den meisten bekannten Asteroiden unterscheidet. Der Körper dreht sich alle 10,5 Erdtage von Ende zu Ende, während er gleichzeitig auf seiner horizontalen Achse in einem Zyklus schwankt, der sich alle 26,5 Tage wiederholt. Diese doppelte Bewegung erzeugt ein kompliziertes Taumelmuster, während der Asteroid seine Umlaufbahn um die Sonne durchläuft, was ihn zu einem der dynamisch interessantesten Objekte macht, die Wissenschaftler im Gürtel angetroffen haben.

Den Forschern zufolge entstand Donaldjohanson vor etwa 155 Millionen Jahren aus Fragmenten, die bei einer heftigen Kollision zwischen größeren Körpern entstanden. Über immense Zeiträume hinweg näherten sich diese verstreuten Bruchstücke allmählich unter dem Einfluss gegenseitiger Schwerkraft an und verschmolzen schließlich zu der heute beobachteten zweilappigen Form. Dieser Prozess, bekannt als sanfte Akkretion, hilft zu erklären, warum der Asteroid eine so ausgeprägte Zweilappen-Struktur beibehält, anstatt eine gleichmäßigere Kugel zu bilden.

Eine subtile, aber beständige Kraft, die durch Sonnenlicht erzeugt wird und als YORP-Effekt (Yarkovsky-O'Keefe-Radzievskii-Paddack) bekannt ist, hat die Rotation des Asteroiden über Millionen von Jahren maßgeblich verändert. Wenn Sonnenlicht auf die unregelmäßig geformte Oberfläche trifft und als Wärmestrahlung wieder abgegeben wird, entstehen winzige Drehmomente, die die Rotationsachse und -geschwindigkeit langsam verschieben. Dieser Mechanismus gilt als verantwortlich dafür, dass Donaldjohanson in seinen heutigen Taumelzustand geraten ist — eine Erkenntnis, die wertvolle Daten für das Verständnis der dynamischen Entwicklung kleiner Körper im Sonnensystem liefert.

Besonders bemerkenswert ist, dass Spuren uralten Wassers in der felsigen Oberfläche von Donaldjohanson erhalten geblieben sind. Diese Entdeckung deutet darauf hin, dass der Ursprungskörper, aus dem der Asteroid hervorging, einst hydratisierte Minerale enthielt, und bietet einen Einblick in die Bedingungen, die im frühen Sonnensystem vor Milliarden von Jahren herrschten. Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Wassersignaturen dazu beitragen könnten, Modelle darüber zu verfeinern, wie Wasser und andere flüchtige Verbindungen im jungen Sonnensystem verteilt waren.

Der Asteroid trägt den Namen des Paläoanthropologen Donald Johanson, der 1974 in Äthiopien das berühmte Lucy-Fossil entdeckte. Die NASA-Mission selbst erhielt ihren Namen nach diesem bedeutenden Hominiden-Skelett und stellt eine symbolische Verbindung zwischen der Erforschung menschlicher Ursprünge auf der Erde und der Untersuchung der Ursprünge des Sonnensystems her. Donaldjohanson stellte das erste Asteroidenziel auf Lucys ehrgeiziger zwölfjähriger Reise zu den Trojaner-Asteroiden dar, die sich die Umlaufbahn mit Jupiter teilen.

Mit Blick auf die Zukunft setzt die Lucy-Sonde ihre Reise zu den Schwärmen der Trojaner-Asteroiden fort, wobei die nächsten Begegnungen in den kommenden Jahren erwartet werden. Die Fülle der beim Vorbeiflug an Donaldjohanson gesammelten Daten hat die Erwartungen bereits übertroffen und Planetenwissenschaftlern neue Einblicke in die Entstehung, Entwicklung und Zusammensetzung primitiver Körper des Sonnensystems gegeben. Die Missionsleiter haben ihr Vertrauen zum Ausdruck gebracht, dass künftige Vorbeiflüge ebenso bahnbrechende Ergebnisse liefern werden.

Quellen: NASA, ScienceDaily, Gizmodo, EarthSky, Space.com

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