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Ölvorräte sinken die sechste Woche in Folge angesichts der sich verschärfenden Krise in der Straße von Hormus

Veröffentlicht am 3. Juni 2026 767 Aufrufe

Die Rohölvorräte in kommerziellen Lagerstätten gingen in der vergangenen Woche um 8 Millionen Barrel zurück und markieren damit den sechsten wöchentlichen Rückgang in Folge, während die anhaltende Krise in der Straße von Hormus die globalen Energiemärkte weiter erschüttert. Die Brent-Rohölpreise sind auf etwa 105 Dollar pro Barrel gestiegen, was einem Anstieg von fast 50 Prozent seit Beginn des Konflikts entspricht, während Dubai-Rohöl im März einen Rekordwert von 166 Dollar pro Barrel erreichte, bevor es leicht zurückging. Der anhaltende Abbau der Lagerbestände unterstreicht die wachsenden Sorgen über die Versorgungssicherheit, da eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt faktisch lahmgelegt bleibt.

Die Straße von Hormus, eine enge Wasserstraße, die den Persischen Golf mit dem offenen Ozean verbindet, ist seit Februar 2026 weitgehend unpassierbar. Vor Ausbruch der Krise durchquerten etwa 25 Prozent des weltweit auf dem Seeweg transportierten Öls und 20 Prozent des globalen Flüssigerdgases diesen lebenswichtigen Engpass. Der Tankerverkehr durch die Meerenge ist seit der Eskalation der Feindseligkeiten um 70 Prozent eingebrochen, und schätzungsweise 20.000 Seeleute sowie 2.000 Schiffe sitzen in der Region fest. Die Blockade zwingt ölexportierende Nationen dazu, alternative Routen zu suchen, was die Lieferzeiten und -kosten erheblich erhöht.

Eine erneute militärische Eskalation zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten hat einen ohnehin fragilen Waffenstillstand weiter belastet. Iranische Streitkräfte griffen den internationalen Flughafen von Kuwait an, was Vergeltungsmaßnahmen auslöste und die Befürchtungen eines umfassenderen regionalen Konflikts verstärkte. Die diplomatischen Bemühungen zur Wiederherstellung der sicheren Durchfahrt durch die Meerenge haben bislang keine dauerhaften Ergebnisse erzielt.

Energieanalysten warnen davor, dass sich die Lage weiter verschlechtern kann, falls die Blockade anhält. Prognosen mehrerer großer Investmentbanken deuten darauf hin, dass der Brent-Preis auf 154 Dollar pro Barrel steigen kann, falls die Straße von Hormus weitere zwölf Wochen geschlossen bleibt. Der fortschreitende Abbau der kommerziellen Vorräte lässt den Verbraucherländern immer weniger Puffer gegen Versorgungsunterbrechungen, weshalb mehrere Regierungen die Freigabe strategischer Ölreserven erwägen.

Trotz der Energiekrise zeigen sich die breiteren Finanzmärkte bemerkenswert widerstandsfähig. Der S&P 500 steht bei 7.563,63 Punkten, während der Nasdaq Composite 26.917,47 Punkte erreicht hat, was darauf hindeutet, dass Anleger vorsichtig optimistisch hinsichtlich einer eventuellen Lösung des Konflikts bleiben. Wirtschaftsexperten warnen jedoch, dass die anhaltend hohen Energiepreise sich zunehmend auf die Verbraucherpreise auswirken, wobei die Inflationserwartungen in mehreren großen Volkswirtschaften steigen.

Die Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung hat die umfassenderen wirtschaftlichen Auswirkungen der Hormuskrise hervorgehoben und darauf hingewiesen, dass die Störung des Seehandels weit über den Energiesektor hinausgeht. Die Frachtraten für Containerschiffe sind ebenfalls stark gestiegen, da Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung umgeleitet werden, was die Transitzeiten zwischen Asien und Europa um etwa zwei Wochen verlängert. Branchenverbände fordern dringendes internationales Handeln zur Wiederherstellung der Navigationsfreiheit durch die Meerenge.

Quellen: CNBC, Al Jazeera, Reuters, Bloomberg, UNCTAD

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