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Südostasiens Gesundheitsminister beschließen Dili-Plan für Fachversorgung

Veröffentlicht am 8. September 2026 10 Aufrufe

Die Gesundheitsminister der WHO-Region Südostasien verabschiedeten am Dienstag die Dili-Erklärung und verpflichteten ihre Länder, fachärztliche Versorgung in ländlichen, abgelegenen und unterversorgten Gemeinden besser zugänglich zu machen. Die Einigung erfolgte in Dili in Timor-Leste während der 79. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Südostasien.

Die Erklärung reagiert auf die anhaltende Kluft zwischen dem allgemeinen Ausbau der regionalen Gesundheitsberufe und der Verteilung spezialisierter Fähigkeiten. Nach Angaben der WHO konzentrieren sich Fachkräfte weiterhin auf Städte, spezialisierte Krankenhäuser und private Einrichtungen. Arme und geografisch isolierte Bevölkerungsgruppen haben dagegen häufig nur begrenzten Zugang zu grundlegenden Diensten. Timor-Lestes Premierminister rief laut der nationalen Nachrichtenagentur TATOLI bereits zur Eröffnung am Montag zu stärkerer regionaler Zusammenarbeit für gerechten Zugang auf.

Die Mitgliedstaaten vereinbarten, Personalplanung, Ausbildung und Finanzierung am heutigen und künftigen Gesundheitsbedarf auszurichten. Der Plan verlangt Maßnahmen für Anwerbung, Einsatz, Bindung und Leistung spezialisierter Beschäftigter, besonders außerhalb großer Stadtzentren. Er unterstützt außerdem multidisziplinäre Teams, Aufgabenteilung, Familienmedizin, fachärztliche Außendienste, Mentoring und stärkere Überweisungssysteme, damit vorhandenes Personal wirksamer arbeitet.

Die Regierungen verpflichteten sich zudem zum sicheren und angemessen regulierten Ausbau digitaler Gesundheitsdienste. Die Erklärung nennt Telemedizin, Fernkonsultationen, Teleradiologie, Telepathologie, elektronische Überweisungen und klinische Instrumente mit Unterstützung künstlicher Intelligenz. Zugleich betont sie, dass Innovation in benachteiligten Gemeinden keinen geringeren Versorgungsstandard schaffen darf.

Zu den Prioritäten zählen Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Traumaversorgung, Gesundheit von Müttern und Neugeborenen, psychische Gesundheit, Altersmedizin, Rehabilitation und Langzeitpflege. Die Länder wollen auch Personalinformationssysteme, Umsetzungsforschung und Entscheidungsgrundlagen für Investitionen stärken. Vorgesehen sind ein regionales Netzwerk von Aufsichtsbehörden und politischen Verantwortlichen sowie gemeinsame Ausbildung, klinisches Mentoring, Fachaustausch und grenzüberschreitende Telemedizin.

Nach Auffassung der WHO soll die Fachversorgung die Primärversorgung ergänzen und nicht mit ihr konkurrieren; dabei knüpft der Plan an die Delhi-Erklärung von 2023 an. Die neue Verpflichtung enthält keine verbindlichen Personalziele und keinen Finanzierungszeitplan, weshalb die Wirkung von der nationalen Umsetzung abhängt. Fortschritt zeigt sich schließlich daran, ob Menschen bei Notfällen, Krebs oder Operationsbedarf unabhängig vom Wohnort hochwertige Hilfe erhalten.

Quellen: World Health Organization South-East Asia Regional Office, TATOLI News Agency, WHO health workforce resources

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