SpaceX, das von Elon Musk gegründete Raketen- und Satellitenunternehmen, bereitet sich darauf vor, noch in dieser Woche seinen Börsenprospekt bei der US-Börsenaufsicht SEC einzureichen. Nach Berichten von Bloomberg und The Information soll diese Einreichung den Weg für den bedeutendsten Börsengang in der Geschichte der US-Märkte ebnen, mit dem Ziel, mehr als 75 Milliarden Dollar von Investoren weltweit aufzunehmen.
Das schiere Ausmaß des geplanten Börsengangs stellt alle bisherigen Rekorde in den Schatten. Der Börsengang von Saudi Aramco im Jahr 2019, bei dem rund 29,4 Milliarden Dollar eingenommen worden waren, hält derzeit den Titel des größten jemals durchgeführten Börsengangs. Sollte SpaceX sein Ziel erreichen, läge das Ergebnis mehr als doppelt so hoch und spiegelt den außergewöhnlichen Appetit der Investoren auf die kommerzielle Raumfahrt und die Satelliten-Breitbandindustrie wider.
Interne Bewertungsmodelle beziffern den Wert von SpaceX auf 1,5 bis 1,75 Billionen Dollar. Diese beeindruckende Summe macht das Unternehmen vom ersten Handelstag an zu einem der wertvollsten an jeder öffentlichen Börse. Die Bewertung stützt sich auf das rasante Wachstum von Starlink, der Satelliteninternet-Konstellation, die inzwischen Millionen von Abonnenten auf der ganzen Welt versorgt, sowie auf die marktbeherrschende Stellung des Unternehmens bei kommerziellen und staatlichen Raketenstarts.
SpaceX soll das vertrauliche Einreichungsverfahren nutzen, das es einem Unternehmen ermöglicht, die Offenlegungsanforderungen der SEC vertraulich zu erfüllen, bevor eine öffentliche Roadshow beginnt. Dieser Ansatz gibt dem Unternehmen Zeit, regulatorische Rückmeldungen ohne den Druck der öffentlichen Märkte zu verarbeiten. Das öffentliche Börsendebüt ist vorläufig für Juni 2026 geplant, sodass Konsortialbanken und institutionelle Investoren mehrere Wochen zur Vorbereitung auf dieses gewaltige Kapitalereignis haben.
In einer bemerkenswerten Abweichung von typischen Großbörsengen sollen Privatanleger mehr als 20 Prozent des gesamten Aktienangebots erhalten. Diese Zuteilung wäre für einen Börsengang dieser Größenordnung ungewöhnlich großzügig und dürfte eine enorme Nachfrage unter Einzelinvestoren auslösen, die seit langem nach einer Möglichkeit suchen, direkt in SpaceX zu investieren, anstatt über Sekundärmarkttransaktionen zu überhöhten Preisen.
Der Zeitpunkt der Einreichung folgt kurz nach Musks Ankündigung einer Terafab-Halbleiterfabrik, was auf noch weiter reichende industrielle Ambitionen jenseits von Luft- und Raumfahrt sowie Telekommunikation hindeutet. Analysten weisen darauf hin, dass ein Börsengang von SpaceX das nötige Kapital bereitstellen dürfte, um die Entwicklung von Starship zu beschleunigen, die Starlink-Abdeckung in unterversorgten Regionen auszubauen und die langfristigen Ziele einer Marskolonisierung zu finanzieren.
Die führenden Investmentbanken der Wall Street sollen sich bereits einen intensiven Wettbewerb um die führenden Konsortialrollen bei diesem Geschäft liefern. Sollte der Börsengang planmäßig verlaufen, wäre er der Höhepunkt einer bemerkenswerten Entwicklung für ein Unternehmen, das einst von einem kleinen pazifischen Atoll aus Raketen startete und sich seitdem zum unverzichtbaren Rückgrat sowohl des kommerziellen Raumfahrtzugangs als auch der nationalen Sicherheitskapazitäten entwickelt hat.
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