Tibets Behörden meldeten am 23. Oktober 16 Tote und 76 Verletzte, während sie die Hilfe nach einem Erdbeben der Stärke 7 ausweiteten. Xinhua berichtete unter Berufung auf eine Pressekonferenz der Stadt Nagqu, dass 12.489 Menschen in Sicherheit gelangt seien. Nach drei Suchrunden in den Haushalten meldeten die Behörden keine Vermissten; Behandlung und Unterbringung liefen weiter.
Das Beben traf den Kreis Baqing in Nagqu am 22. Oktober gegen 22.33 Uhr Ortszeit. Chinas Katastrophenschutzministerium gab unter Berufung auf das nationale Erdbebennetz eine Tiefe von zehn Kilometern und eine durchschnittliche Höhe nahe dem Epizentrum von etwa 4.800 Metern an. Das dünn besiedelte Hochland erschwert die Einsätze der Hilfskräfte.
Die aktualisierte amtliche Bilanz nennt 339 Haushalte mit eingestürzten oder beschädigten Häusern sowie 20 beschädigte Viehställe. Auch Taiwans Central News Agency berichtete unter Verweis auf chinesische amtliche Meldungen über 16 Tote und 76 Verletzte. Reuters hatte zuvor 65 Verletzte gemeldet; die Pressekonferenz am Nachmittag erhöhte diese Zahl, während die Totenzahl gleich blieb.
Laut Xinhua übernahmen mehr als 5.000 Kräfte Rettung, medizinische Hilfe, Unterbringung, Versorgung und Gefahrenbeseitigung. Achtzehn Unterbringungsorte waren bereit, weitere im Bau. Das Ministerium meldete Lieferungen von 1.000 Fertighäusern, 3.239 Zelten und 2.821 Klappbetten sowie Bettzeug, Winterkleidung und Beleuchtungsgeräten für die Betroffenen.
Präsident Xi Jinping forderte laut einer von Xinhua verbreiteten Erklärung Suchaktionen, Behandlung und angemessene Unterkünfte. Er verlangte angesichts von Kälte, Höhenlage und weiteren Gefahren die Überwachung von Wetter und Erdbebenaktivität. Ministerpräsident Li Qiang forderte ebenfalls stärkere Überwachung und die Überprüfung der Schäden während der laufenden Hilfseinsätze.
Chinas Entwicklungs- und Reformkommission kündigte 30 Millionen Yuan aus zentralen Investitionsmitteln für die dringende Wiederherstellung von Infrastruktur und öffentlichen Diensten an. Örtliche Behörden nannten Behandlung, Unterbringung und Schutz vor Folgekatastrophen als nächste Schwerpunkte. Die Meldung über fehlende Vermisste nach den Suchaktionen bedeutete keinen Abschluss der Wiederherstellungsarbeiten.
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