Russische Streitkräfte griffen am 12. Oktober mindestens sechs ukrainische Energieanlagen an, erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj trotz Donald Trumps Ankündigung einer Energie-Waffenruhe. Reuters berichtete am Montag über die ukrainische Darstellung. Kyjiw sei weiterhin zu einem gegenseitigen Angriffsstopp bereit. Die gemeldeten Angriffe werfen Fragen auf, ob die US-Initiative bereits greift.
Trump erklärte am Sonntag, Russland und die Ukraine hätten vereinbart, ihre jeweiligen Energiesysteme nicht mehr anzugreifen. Laut Reuters wartete Selenskyj auf Einzelheiten und forderte Washington auf, Moskaus Einhaltung sicherzustellen. Die Ankündigung allein belegte nicht, dass beide Seiten eine vereinbarte Aussetzung der Angriffe beachteten.
Nach Angaben der Associated Press sagte Selenskyj beim Warschauer Sicherheitsforum, zu den nach Trumps Ankündigung getroffenen Zielen gehörten ein Kraftwerk in Charkiw, eine Gasförderanlage und eine zivile Tankstelle. In einem anschließenden Interview mit Fox News erklärte er, die Ukraine habe seit der Ankündigung auf Angriffe auf russische Energieanlagen verzichtet. Dies sind Aussagen des ukrainischen Präsidenten.
Zudem kündigte der Rat der Europäischen Union am Montag Sanktionen gegen 1.569 Personen und Einrichtungen mit Verbindungen zur russischen Rüstungsindustrie an. Die Liste umfasst 826 russische Unternehmen und 743 Unternehmenschefs. Der Rat erklärte, die Maßnahmen reagierten auf Russlands anhaltende Aggression und Angriffe auf zivile Infrastruktur.
Laut EU liefern die betroffenen Zulieferer Komponenten für Raketen, Drohnen und Flugzeuge, darunter Elektronik und Navigationsgeräte. Die Maßnahmen frieren Vermögenswerte der gelisteten Parteien ein und untersagen die Bereitstellung von Geldern oder wirtschaftlichen Ressourcen; für gelistete Personen gelten zudem EU-Einreiseverbote. Der Rat bezeichnete dies als größte einzelne Aufnahme von Namen in das Sanktionsregime zum Schutz der territorialen Integrität der Ukraine.
In seiner am 12. Oktober veröffentlichten Abendansprache erklärte Selenskyj, Luftalarm und Drohnenangriffe hätten den ganzen Tag angehalten. Ukrainische Unterhändler stünden fast täglich mit Trumps Team in Kontakt. Er unterstützte erneut eine Energie-Waffenruhe, die russische Zurückhaltung voraussetze, und rief Washington auf, seinen Einfluss für eine verlässliche Verringerung der Kampfhandlungen einzusetzen.
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