Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hörte die Warnung, dass Südsudan angesichts des Zerfalls des Friedensabkommens von 2018 einem neuen landesweiten Konflikt und einer Hungersnot näherkommt. In einer Dringlichkeitssitzung am 6. August erklärten UN-Vertreter, Kämpfe rivalisierender Gruppen hätten Gemeinden vertrieben, humanitäre Versorgungswege blockiert und Millionen Menschen akuter Ernährungsunsicherheit ausgesetzt. Sie forderten die Staatsführung auf, die Gewalt zu beenden und den politischen Dialog wieder aufzunehmen.
Im Mittelpunkt steht die Machtteilungsvereinbarung, die einen Bürgerkrieg zwischen Kräften von Präsident Salva Kiir und seinem langjährigen Rivalen Riek Machar beendete. Der Krieg begann 2013, zwei Jahre nach der Unabhängigkeit des Landes, und forderte mehr als 400.000 Todesopfer. Das Abkommen von 2018 schuf anschließend eine Übergangsregierung. Nach UN-Angaben haben Misstrauen, militärische Mobilisierung und wiederholte Verzögerungen viele frühere Fortschritte zunichtegemacht.
UN-Fachleute berichteten dem Rat, dass Unsicherheit Helfer am Zugang zu gefährdeten Gebieten hindert und Märkte sowie Landwirtschaft beeinträchtigt. Mehrere Gemeinschaften leiden bereits unter katastrophalem Hunger. Vertreibung und Gewalt schränken die Möglichkeiten der Familien ein, Felder zu bestellen oder Nahrung zu beschaffen. Hilfsorganisationen kämpfen zudem mit Geldmangel, beschädigten Straßen und Bedrohungen gegen Beschäftigte, selbst wenn Vorräte bereitstehen.
Der politische Zeitplan erhöht den Druck. Die Behörden versprachen nach früheren Verschiebungen Wahlen im Dezember 2026. Nach Einschätzung der UN setzen glaubwürdige Wahlen jedoch eine Waffenruhe, inklusive Verhandlungen, arbeitsfähige Institutionen und grundlegende Sicherheit voraus. Vertreter warnten, eine Abstimmung ohne diese Bedingungen könne den Wettbewerb bewaffneter Gruppen verschärfen, statt den Bürgern eine friedliche politische Entscheidung zu ermöglichen.
Der Sicherheitsrat verlängerte im April den Einsatz der UN-Friedensmission und senkte zugleich die genehmigte Obergrenze von 17.000 auf 12.000 Soldaten. Die Mission bleibt für den Schutz von Zivilisten, humanitären Zugang und die Verhinderung eines neuen Bürgerkriegs zuständig. Die Afrikanische Union und die regionale Entwicklungsbehörde IGAD sollen nach dem Appell der UN gemeinsam mit den südsudanesischen Parteien den Friedensprozess beleben.
Aus der Dringlichkeitssitzung ging keine verbindliche Einigung hervor. Entscheidend ist nun, ob die Parteien militärische Operationen stoppen, sichere und ungehinderte Hilfslieferungen zulassen und das Abkommen von 2018 erneut umsetzen. Die UN warnten, weitere Verzögerungen setzten mehr Zivilisten Hunger und Gewalt aus. Ein ernsthafter Dialog könne den Übergang hingegen noch retten und eine Ausbreitung der Instabilität in der fragilen Region verhindern.
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