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USA genehmigen Nvidia-H200-Chipverkäufe an zehn chinesische Unternehmen doch Peking blockiert Lieferungen

Veröffentlicht am 15. Mai 2026 793 Aufrufe

Das US-Handelsministerium hat den Verkauf von Nvidias H200-Chips für künstliche Intelligenz an etwa zehn chinesische Unternehmen genehmigt, darunter die Technologieriesen Alibaba, Tencent, ByteDance, JD.com und den Hardwarehersteller Lenovo, wie aus mehreren Berichten von Reuters und CNBC hervorgeht. Jeder genehmigte Käufer darf bis zu 75.000 Chips im Rahmen der Lizenzbedingungen erwerben, was ein potenzielles Milliardengeschäft darstellt, das Nvidias Rückkehr auf den chinesischen Markt nach Jahren der Exportbeschränkungen markieren soll.

Die Genehmigung erfolgte, als Nvidia-Chef Jensen Huang sich einer Delegation des Weißen Hauses nach Peking während des Trump-Xi-Gipfels dieser Woche anschloss, was die Hoffnung nährte, dass das historische Diplomatentreffen den stockenden Chiphandel zwischen den beiden Nationen endlich voranbringen werde. Huang reiste mit Präsident Trump an Bord der Air Force One von Alaska nach China, was die strategische Bedeutung unterstreicht, die Washington der Rolle der Halbleiterindustrie in den breiteren Wirtschaftsverhandlungen beimisst. Der H200-Chip ist deutlich leistungsfähiger als die herabgestuften Modelle, die China zuvor kaufen durfte.

Trotz der amerikanischen Regulierungsgenehmigung ist jedoch kein einziger Chip geliefert worden, wie drei mit der Angelegenheit vertraute Personen Reuters mitteilten. Chinesische Unternehmen zogen sich von Kaufabschlüssen zurück, nachdem sie Anweisungen aus Peking erhalten hatten. Die chinesische Regierung scheint die Chipgeschäfte als Druckmittel in ihren eigenen Verhandlungen mit Washington über Handelszölle und Technologietransferbedingungen einzusetzen. Die Pattsituation hat Nvidia und seine chinesischen Kunden in eine unangenehme Lage gebracht.

Die Situation verdeutlicht die zunehmend komplexe Dynamik der globalen Halbleiter-Lieferkette, in der fortschrittliche Chips zu einem zentralen Verhandlungsinstrument in den Beziehungen der Supermächte geworden sind. Nvidia, das einst rund 95 Prozent des chinesischen KI-Chipmarktes beherrschte, bevor Exportkontrollen seine Verkäufe dezimierten, steht vor einer erheblichen Umsatzerholung, falls die Geschäfte letztlich zustande kommen. Analysten schätzen, dass die Ausführung aller genehmigten Aufträge dem Unternehmen zwischen 10 und 15 Milliarden Dollar an Umsatz bescheren dürfte.

Die Marktreaktion fiel verhalten optimistisch aus, wobei Nvidia-Aktien am Donnerstag um 4,4 Prozent zulegten, bevor der breitere Markt am Freitag nachgab. Branchenbeobachter merkten an, dass die regulatorische Freigabe zwar einen bedeutsamen Fortschritt darstellt, das endgültige Ergebnis jedoch von politischen Entscheidungen in Washington und Peking abhängt, die zutiefst ungewiss bleiben. Die Episode unterstreicht, wie Technologie der künstlichen Intelligenz in den geopolitischen Wettbewerb verwickelt ist, wobei Unternehmen wie Nvidia zwischen Regierungspolitiken gefangen sind, die ihre wichtigsten Geschäftsmöglichkeiten gleichzeitig fördern und einschränken.

Quellen: CNBC, Reuters, WinBuzzer, WCCFTech, Bloomberg

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