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USA ordnen Abzug nicht notwendiger Botschaftsmitarbeiter aus Israel an, da Spannungen mit Iran eskalieren

Veröffentlicht am 27. Februar 2026 972 Aufrufe

Das US-Außenministerium hat am Freitag die Ausreise von nicht notwendigem Regierungspersonal und deren Familien aus der amerikanischen Vertretung in Israel genehmigt und verwies auf Sicherheitsrisiken inmitten eskalierender Spannungen mit dem Iran. Botschafter Mike Huckabee schickte um 0:04 Uhr Ortszeit eine dringende E-Mail an das Botschaftspersonal und teilte den Ausreisewilligen mit, dass sie sofort handeln sollten. Laut der New York Times schrieb Huckabee, das Personal solle sich darauf konzentrieren, einen Platz auf einem beliebigen Flug ab dem Flughafen Ben Gurion zu sichern — die oberste Priorität sei es, das Land schnell zu verlassen und danach nach Washington weiterzureisen.

Die Entscheidung fiel nach nächtlichen Beratungen zwischen Huckabee und dem Außenministerium und galt als reine Vorsichtsmaßnahme. Der Botschafter erklärte dem Personal, es bestehe kein Grund zur Panik, betonte jedoch, dass Ausreisewillige lieber früher als später handeln sollten. Für 12:30 Uhr setzte er eine Informationsversammlung in der Botschaft an. Gleichzeitig gab das Außenministerium eine Reisewarnung heraus, in der alle amerikanischen Staatsbürger in Israel aufgefordert sind, das Land zu verlassen, solange kommerzielle Flüge noch verfügbar sind.

Die Genehmigung erfolgt vor dem Hintergrund der immer deutlicheren Drohungen von Präsident Donald Trump mit militärischen Maßnahmen gegen den Iran wegen dessen Nuklearprogramm. Die Vereinigten Staaten haben den größten Militäraufmarsch im Nahen Osten seit Jahrzehnten unternommen. Der nuklearbetriebene Flugzeugträger USS Gerald R. Ford und seine Kampfgruppe trafen am Freitag vor der israelischen Küste ein, nachdem sie das Mittelmeer durchquert hatten. Die Ford schließt sich der bereits in der Region stationierten Trägerkampfgruppe der USS Abraham Lincoln an, zusammen mit Dutzenden taktischer Kampfjets, F-35A-Tarnkappenflugzeugen, F-15E-Jagdbombern, Überwachungsflugzeugen und zusätzlichen Luftabwehrsystemen.

Der Iran hat gewarnt, im Falle eines Angriffs amerikanische Militärbasen in der Region anzugreifen, was Befürchtungen schürt, Israel in einen umfassenderen Konflikt hineinzuziehen. Die beiden Länder führten im Juni 2025 einen zwölftägigen Krieg, und eine neue Konfrontation zwischen Washington und Teheran könnte erneut Feindseligkeiten auslösen. Drei Runden von Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Genf brachten keinen Durchbruch, obwohl beide Seiten vorsichtigen Optimismus äußerten, dass die Diplomatie die Krise noch abwenden könnte.

Mehrere andere Nationen haben ähnliche Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. China riet seinen Bürgern, Reisen in den Iran zu vermeiden, und forderte die bereits in der Region Befindlichen zur Evakuierung auf. Kanada, Australien, Finnland und Schweden gaben ebenfalls Warnungen über die sich verschlechternde Sicherheitslage im Nahen Osten heraus. Fluggesellschaften haben begonnen, ihre Flugpläne anzupassen — KLM setzte seine Flüge nach Tel Aviv aus. Das Zusammentreffen diplomatischer Evakuierungen und militärischer Aufmärsche hat die Befürchtungen in der gesamten Region verstärkt, dass eine größere militärische Konfrontation zwischen den USA und dem Iran bevorstehen könnte.

Die Situation stellt eine dramatische Eskalation der Nahostspannungen dar, die sich in den vergangenen Wochen rasant entwickelt hat. Die Ankunft zweier Flugzeugträger-Kampfgruppen in der Region, verbunden mit der Evakuierung diplomatischen Personals, erinnert an ähnliche Muster vor früheren Militäroperationen. Israelische Vertreter haben die Entscheidung der amerikanischen Botschaft bislang nicht öffentlich kommentiert, obwohl das Land in erhöhter Alarmbereitschaft verbleibt. Internationale Beobachter verfolgen aufmerksam, ob diplomatische Kanäle verhindern können, dass die Krise in einen offenen Konflikt eskaliert.

Quellen: NBC News, Jerusalem Post, New York Times, US Embassy Jerusalem, Anadolu Agency

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