Astronomen haben mit dem James-Webb-Weltraumteleskop eine ungleichmäßige Atmosphäre um WASP-17b kartiert. Die Ergebnisse zeigen, wie Wärme die Umrisse eines fernen Riesenplaneten verändert. Die Universität Bristol stellte die Studie am 14. Oktober vor. Das Team unter Leitung von Lili Alderson von der Cornell University nutzte eine Methode namens Transmission Strings für diesen heißen Jupiter rund 1.300 Lichtjahre von der Erde entfernt.
Die in Nature Astronomy vorgestellte Forschung geht über die Darstellung des sichtbaren Atmosphärenrands als gleichmäßigen Ring hinaus. Die Forschenden verfolgen den Planeten vor seinem Stern und analysieren Licht, das verschiedene Bereiche seiner Atmosphäre durchdringt. Die Astrophysiker David Grant und Hannah Wakeford entwickelten das Verfahren. Es rekonstruiert Unterschiede entlang des Randes, statt sie in einem Mittelwert zusammenzufassen.
Dem am 13. Oktober auf arXiv veröffentlichten Fachartikel zufolge decken die Beobachtungen Wellenlängen von 0,6 bis 12 Mikrometern ab. Sie unterscheiden Veränderungen von Ost nach West sowie vom Äquator zu den Polen. Das Team schätzt den Temperaturunterschied zwischen Morgen- und Abendrand auf etwa 650 Kelvin. Dabei handelt es sich um abgeleitete atmosphärische Bedingungen und keine direkte Aufnahme der Planetenoberfläche.
Bristol erklärt, dass Winde Wärme von der ständig beleuchteten Tagseite zur dunklen Nachtseite transportieren und die Atmosphäre am abendlichen Äquator ausdehnen. Der Morgenrand ist kühler, nachdem das Gas die Nachtseite überquert hat. Nach Angaben der Autoren stimmen die Ergebnisse mit anderen Messungen der Tag- und Nachtseiten überein. Die Häufigkeiten von Wasser und Kohlendioxid sind zugleich mit konstanten Werten entlang des Atmosphärenrands vereinbar.
Die Ergebnisse ermöglichen laut den Autoren einen Vergleich von Modellen atmosphärischer Strömungen mit räumlich aufgelösten Beobachtungen. Bristol bezeichnet die Arbeit als erfolgreiche Demonstration, die ähnliche Karten anderer Planeten und später Untersuchungen von Mustern auf Wetterskalen ermöglichen könnte. Die Messungen betreffen einen heißen Jupiter. Die Übertragung auf weitere Welten bleibt ein nächster Schritt und ist noch kein gesichertes Ergebnis.
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