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Andrew Mountbatten-Windsor wegen Verdachts auf Amtsmissbrauch im Zuge der Epstein-Ermittlungen festgenommen

Veröffentlicht am 19. Februar 2026 768 Aufrufe

Andrew Mountbatten-Windsor, früher bekannt als Prinz Andrew und Herzog von York, ist wegen Verdachts auf Amtsmissbrauch festgenommen worden — eine dramatische Entwicklung, die erstmals in der modernen Geschichte ein Mitglied der britischen Königsfamilie in Polizeigewahrsam bringt. Beamte der Thames Valley Police trafen am Mittwochmorgen gegen 8 Uhr an der Wood Farm auf dem Sandringham-Anwesen in Norfolk ein, mindestens sechs zivile Polizeifahrzeuge und Beamte in Zivil versammelten sich vor dem Gebäude. Die Festnahme fiel auf den 66. Geburtstag des ehemaligen Royals und verleiht der bereits schwersten Rechtskrise der Monarchie in der jüngeren Geschichte eine zutiefst persönliche Dimension.

Die Festnahme geht auf Ermittlungen der Thames Valley Police zurück, die Vorwürfen nachgeht, Andrew habe während seiner Tätigkeit als britischer Sonderhandelsgesandter vertrauliche Regierungsinformationen an den verstorbenen verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergegeben. Drei Millionen Akten, die das US-Justizministerium im vergangenen Monat freigab, warfen neues Licht auf Art und Umfang von Andrews Beziehung zu Epstein, der sich im August 2019 in einem New Yorker Gefängnis das Leben nahm, während er auf seinen Prozess wegen Sexhandels wartete. Die veröffentlichten Dokumente enthalten Berichten zufolge Hinweise darauf, dass Andrew vertrauliches Material an Epstein übermittelt hat, obwohl die genaue Art der angeblich weitergegebenen Informationen nicht öffentlich bekannt gegeben ist.

Der stellvertretende Polizeipräsident Oliver Wright von der Thames Valley Police bestätigte die Festnahme in einer Erklärung. Nach einer gründlichen Bewertung habe die Behörde eine Untersuchung der Vorwürfe des Amtsmissbrauchs eingeleitet. Wright räumte das erhebliche öffentliche Interesse an dem Fall ein und sicherte zu, die Integrität und Objektivität der Ermittlungen zu schützen. Die Polizei durchsuchte Adressen sowohl in Berkshire als auch in Norfolk, was die Breite der Untersuchung verdeutlicht.

Über die Vorwürfe der Weitergabe vertraulicher Informationen hinaus umfassen die Ermittlungen auch Anschuldigungen, eine Frau sei von Epstein nach Großbritannien gebracht worden, um ein sexuelles Zusammentreffen mit Andrew zu haben. Der ehemalige Royal hat alle gegen ihn im Zusammenhang mit Epstein erhobenen Vorwürfe stets und nachdrücklich bestritten. Andrew einigte sich 2022 in einem Zivilverfahren mit Virginia Giuffre auf eine Zahlung von geschätzten rund 12 Millionen Pfund, ohne dabei ein Fehlverhalten einzuräumen. Sein Sturz verlief rasch und vollständig: Seine Mutter Königin Elizabeth II. entzog ihm im Januar 2022 seine königlichen Titel und militärischen Verbindungen, und sein Bruder König Charles III. verwies ihn anschließend aus der Royal Lodge in Windsor.

Der Buckingham-Palast gab eine knappe Erklärung ab und signalisierte Bereitschaft, die Polizei bei Bedarf zu unterstützen — eine klare Distanzierung von dem Festgenommenen. Premierminister Sir Keir Starmer erklärte, jeder mit relevanten Informationen solle bei den Behörden aussagen. Die Festnahme hat die britische Gesellschaft erschüttert und die intensive öffentliche Prüfung des Umgangs der Königsfamilie mit dem Epstein-Skandal in den vergangenen Jahren neu entfacht.

Andrew befand sich zum Zeitpunkt der ersten Berichte weiterhin in Polizeigewahrsam. Rechtsexperten wiesen darauf hin, dass Amtsmissbrauch ein Delikt des Common Law ist, das mit einer Höchststrafe von lebenslanger Haft geahndet werden kann. Beobachter bezeichneten die Festnahme als Wendepunkt für die britische Monarchie. Der Fall dürfte in den kommenden Wochen das Strafjustizsystem durchlaufen, wobei die Entscheidung über eine förmliche Anklage beim Crown Prosecution Service nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen liegt.

Quellen: BBC News, Bloomberg, NBC News, Irish Times, CBS News

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