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Barcelona listet Schiedsrichterfehler der gesamten Saison in beispielloser RFEF-Beschwerde auf

Veröffentlicht am 15. Februar 2026 817 Aufrufe

Der FC Barcelona hat am Freitag eine formelle Beschwerde an den Königlich Spanischen Fußballverband geschickt, in der der Club ein systematisches Muster schädlicher Schiedsrichterentscheidungen während der gesamten Saison 2025-26 dokumentierte. Das Schreiben, gerichtet an RFEF-Präsident Rafael Louzan, CTA-Präsident Fran Soto, den VAR-Verantwortlichen und den Direktor der Rechtsabteilung, ging weit über die umstrittene 0:4-Niederlage im Copa-del-Rey-Halbfinale gegen Atletico Madrid hinaus, die den Anstoß gegeben hatte, und katalogisierte Fehler aus zahlreichen Spielen. Zudem forderte der Club weitreichende Reformen, darunter die vollständige Veröffentlichung aller VAR-Audioaufzeichnungen und die Schaffung eines Disziplinarkodex für Schiedsrichter. Die Beschwerde brachte tiefe Besorgnis über wiederkehrende Entscheidungen zum Ausdruck, die der Club als schädlich für das Spiel und als ohne einheitliche Kriterien betrachtet.

Die Beschwerde gliederte sich in fünf Hauptkategorien. Die erste betraf inkonsistente Disziplinarkriterien, wobei Barcelona unterschiedliche Entscheidungen bei identischen Vorfällen anführte, insbesondere bei Strafen, was nach Ansicht des Clubs eine Wahrnehmung von Doppelstandards erzeugte, die mit den Grundsätzen von Fairness und Rechtssicherheit unvereinbar sei. Die zweite Kategorie beleuchtete widersprüchliche Handspiel-Interpretationen im Strafraum, selbst bei Spielen desselben Schiedsrichters. Die dritte verwies auf eine Häufung bedeutsamer Fehler über die gesamte Saison hinweg, von denen viele spielentscheidend und zum Nachteil des Clubs gewesen seien. Die vierte Kategorie stellte die ordnungsgemäße Anwendung der VAR-Technologie infrage, insbesondere bei Millimeterentscheidungen ohne schlüssige technische Erklärungen, und verurteilte den Mangel an Transparenz bei der Handhabung der VAR-Audioaufzeichnungen. Die fünfte bemängelte das Fehlen klarer Kriterien dafür, wann Schiedsrichter zur Überprüfung von Vorfällen an den Bildschirm am Spielfeldrand gerufen werden.

Die Niederlage gegen Atletico Madrid lieferte die brisantesten Beispiele. Barcelona führte die ausgebliebene Rote Karte gegen Giuliano Simeone an, dessen Foul vom ehemaligen Schiedsrichteranalysten Mr. Asubio als grobes Foulspiel mit Gefährdung der körperlichen Unversehrtheit eingestuft hat, nachdem er Alejandro Balde in der 49. Minute mit gestrecktem Bein und vorgestreckter Sohle direkt am Knöchel getroffen hatte. Der VAR-Verantwortliche Gonzalez Fuertes prüfte den Vorfall nur sekundenlang und rief Schiedsrichter Martinez Munuera nicht zum Bildschirm. Barcelona stellte dies der umgehend gegen Eric Garcia verhängten Roten Karte gegenüber. Der Club hob auch die achtminütige VAR-Überprüfung des aberkannten Tores von Pau Cubarsi hervor, während der die halbautomatische Abseitstechnologie ausfiel, da das System die digitalen Spieler-Skelette aufgrund der hohen Spielerdichte im Bild nicht modellieren hatte, weshalb VAR-Schiedsrichter Pablo Gonzalez die Abseitslinien manuell aus dem verfügbaren Bildmaterial einzeichnen hatte.

Über das Atletico-Spiel hinaus verwies Barcelona auf mehrere weitere strittige Vorfälle im Saisonverlauf. Beim torlosen Auftaktspiel gegen Getafe vergab Schiedsrichter Soto Grado in der 101. Minute keinen Elfmeter für ein Foul von Iglesias an Araujo, ahndete dann aber nach VAR-Überprüfung umstrittenweise ein unbeabsichtigtes Handspiel von Gavi. Beim 2:2 in Betis stand Schiedsrichter Muniz Muniz in der Kritik, weil er Chimy Avila trotz aggressiven Spiels nicht des Feldes verwiesen hatte. Barcelona merkte zudem an, dass das CTA selbst zehn Schiedsrichterfehler in der laufenden Saison eingeräumt hatte, nachdem 51 Vorfälle überprüft worden waren, was das Argument des Clubs untermauerte, dass es sich um ein strukturelles und nicht um ein vereinzeltes Problem handele. Kapitän Frenkie de Jong brachte die Frustration der Mannschaft zum Ausdruck und erklärte, er habe sich das Bild später angesehen und es sei eindeutig, dass kein Abseits vorgelegen habe. Falls die Technologie keine künstliche Intelligenz sei, was man gar nicht mehr bemerke, dann sei das umstrittene Foto ein Skandal, da die Beweislage sehr eindeutig sei.

Barcelona stellte drei konkrete Forderungen in der Beschwerde: die vollständige Veröffentlichung aller VAR-Audioaufzeichnungen für jedes Spiel unabhängig davon, ob eine Überprüfung am Spielfeldrand stattgefunden hat, was der Club als wesentliche Maßnahme für Transparenz und Schiedsrichterausbildung bezeichnete; die Schaffung eines spezifischen Disziplinarkodex für Schiedsrichter mit öffentlichen und transparenten Konsequenzen bei schwerwiegenden Fehlern oder Fahrlässigkeit; sowie eine dringende Überprüfung der Schiedsrichterkriterien zur Gewährleistung einheitlicher Entscheidungen, gleicher Behandlung aller Vereine und der Glaubwürdigkeit der Wettbewerbe. Der Club betonte, die Beschwerde ziele nicht darauf ab, die Professionalität des Schiedsrichterwesens infrage zu stellen, sondern fordere systemische Verbesserungen. Spanische Medien hoben die Ironie hervor, dass Barcelonas Vorstoß etwa ein Jahr erfolgte, nachdem Eric Garcia selbst eine ähnliche Beschwerde von Real Madrid an die RFEF spöttisch als Dreikönigstagsbrief abgetan hatte, eine Bemerkung, die zahlreiche Medien als radikalen Kurswechsel in der öffentlichen Haltung des Clubs zu Schiedsrichterbeschwerden beschrieben.

Quellen: Mundo Deportivo, FC Barcelona Official, Barca Universal, Football Espana, El Espanol, COPE, El Desmarque

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