Belgien lieferte am Dienstag eine der größten Aufholjagden der WM-Geschichte und drehte einen Zwei-Tore-Rückstand, um den Senegal 3:2 nach Verlängerung in einem atemberaubenden Spiel der Runde der letzten 32 zu besiegen. Youri Tielemans verwandelte einen umstrittenen Elfmeter in der 124. Minute und 44 Sekunden und stellte damit einen neuen Rekord für das späteste Siegtor in der Geschichte der Weltmeisterschaft auf. Das Ergebnis bringt Belgien ins Achtelfinale, wo die Mannschaft am Montag in Seattle auf die USA trifft.
Der Senegal hatte das Spiel fest im Griff und schien auf dem Weg ins Achtelfinale. Diarra eröffnete den Torreigen in der 25. Minute mit einem klinischen Abschluss, und Ismaïla Sarr baute die Führung in der 51. Minute aus und erzielte dabei sein viertes Turniertor. Mit einem 0:2-Rückstand schien Belgien am Ende, das WM-Abenteuer offenbar beendet.
Die Einwechslung von Romelu Lukaku erwies sich als entscheidender Wendepunkt. Der erfahrene Stürmer erzielte den Anschlusstreffer in der 86. Minute und entfachte damit eine dramatische Schlussoffensive. Nur drei Minuten später stieg Tielemans am höchsten und köpfte den Ausgleich in der 89. Minute, was die belgischen Fans in Ekstase versetzte und die Verlängerung erzwang. Der Senegal, der mit weniger als fünf Minuten regulärer Spielzeit noch komfortabel geführt hatte, stand fassungslos vor diesem plötzlichen Umschwung.
Die Verlängerung gestaltete sich angespannt und vorsichtig, beide Mannschaften zeigten deutliche Ermüdungserscheinungen. Belgiens Torwart Thibaut Courtois hielt sein Team mit mehreren entscheidenden Paraden im Spiel. Dann, tief in der zweiten Hälfte der Verlängerung, erhielt Belgien einen Elfmeter, der heftige Diskussionen unter Experten und Fans auslöste. Tielemans trat an und schoss den Ball in der 124. Minute und 44 Sekunden eiskalt ins Netz. Damit vollendete er einen außergewöhnlichen Beitrag und schrieb seinen Namen in die WM-Geschichtsbücher.
Laut Opta Analyst hatte niemand zuvor ein Siegtor so spät in einem WM-Spiel erzielt. Der vorherige Rekord hatte über Jahrzehnte Bestand, was diesen Moment wahrhaft historisch macht. ESPN-Analysten beschrieben die Aufholjagd als eine der bemerkenswertesten, die das Turnier je erlebt hat, und zogen Vergleiche zu legendären WM-Comebacks der Vergangenheit.
Für den Senegal stellt die Niederlage eine bittere Art dar, das Turnier zu verlassen. Mit einer 2:0-Führung und weniger als fünf Minuten verbleibender regulärer Spielzeit werden sich die Löwen der Teranga fragen, wie ihnen das Spiel entglitten ist. Sarr verlässt trotz seiner beeindruckenden vier Turniertore die WM früher als seine Leistungen es verdient hätten.
Belgien richtet den Blick nun auf das Achtelfinalduell gegen die USA in Seattle. Der Schwung aus dieser bemerkenswerten Aufholjagd dürfte sich als unschätzbar wertvoll erweisen, wenn die Mannschaft einen tiefen Turnierverlauf anstrebt. Für ein Team, das viele nach dem Rückstand bereits abgeschrieben hatten, steht dieser Sieg für neuen Glauben und die Erinnerung daran, dass kein Spiel vor dem Schlusspfiff entschieden ist.
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