Ben Shelton beendete am frühen Mittwoch in New York die Titelverteidigung von Carlos Alcaraz bei den US Open und gewann das dramatische Viertelfinale mit 6:7(5), 6:1, 6:3, 1:6, 7:6(10:7). Der Amerikaner vollendete die Überraschung im Arthur Ashe Stadium nach vier Stunden und 28 Minuten mit einem Ass von 235 Stundenkilometern beim Matchball, wie die offiziellen Seiten der US Open und von Roland-Garros berichteten.
Die Partie endete gegen 3.33 Uhr Ortszeit und damit später als jedes vorherige Match in der Geschichte der US Open. Der an Position acht gesetzte Shelton feierte im 18. Anlauf seinen ersten Sieg gegen einen Spieler aus den Top Drei und erreichte sein zweites US-Open-Halbfinale. Zugleich riss Alcaraz' Serie von 18 Erfolgen bei Grand-Slam-Turnieren.
Alcaraz entschied den hart umkämpften ersten Satz im Tiebreak für sich, doch Shelton antwortete eindrucksvoll und gab in den folgenden beiden Sätzen nur vier Spiele ab. Der Spanier drehte die Dynamik anschließend mit einem 6:1 im vierten Durchgang. Im fünften Satz gelang keinem Spieler das entscheidende Break, weshalb ein Tiebreak bis zehn Punkte folgte, den Shelton mit 10:7 gewann.
Laut den offiziellen Turnierdaten schlug Alcaraz 38 Gewinnschläge, Shelton kam auf 34. Gleichzeitig begrenzte der Spanier den Amerikaner auf sieben Asse, leistete sich jedoch 53 vermeidbare Fehler. Sheltons letzter Aufschlag mit 235 Stundenkilometern besiegelte laut der spanischen Zeitung AS den größten Sieg seiner Karriere. Vor der Begegnung hatte seine Bilanz gegen Top-Drei-Spieler 0:17 betragen.
Shelton bezeichnete die Begegnung danach als erschöpfenden und äußerst körperlichen Kampf und würdigte zugleich Alcaraz' Fähigkeiten und Erfolge. Der Spanier bestritt nach einer Handgelenksverletzung sein erstes Turnier seit April. Er zeigte sich stolz auf seinen Einsatz und erleichtert, ein derart forderndes Match gesund beendet zu haben, obwohl ihn nach dem dritten Satz starke Müdigkeit erfasste.
Der Erfolg garantiert einen Amerikaner im Finale, denn Shelton trifft am Freitag auf seinen Landsmann Frances Tiafoe. Tiafoe holte gegen Alex Michelsen einen Rückstand von zwei Sätzen und einem Break auf und siegte 5:7, 3:6, 7:5, 6:3, 7:6(10:6). Shelton fehlen nun zwei Siege, um als erster Amerikaner seit Andy Roddick im Jahr 2003 den Titel im Herreneinzel der US Open zu gewinnen.
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