Zurück zur Startseite Block streicht 4.000 Stellen: Jack Dorsey setzt auf KI als Ersatz für fast die Hälfte der Belegschaft Wirtschaft

Block streicht 4.000 Stellen: Jack Dorsey setzt auf KI als Ersatz für fast die Hälfte der Belegschaft

Veröffentlicht am 1. März 2026 854 Aufrufe

Block Inc, das Finanztechnologieunternehmen hinter Square und Cash App, hat die Streichung von mehr als 4.000 Stellen angekündigt — eine der bedeutendsten durch künstliche Intelligenz getriebenen Personalreduzierungen der Unternehmensgeschichte. Vorstandschef Jack Dorsey gab die Einschnitte zusammen mit den Ergebnissen des vierten Quartals bekannt und reduzierte die Belegschaft von Block von rund 10.200 Beschäftigten auf knapp unter 6.000, ein Rückgang von etwa 40 Prozent.

Dorsey, der Twitter mitbegründete, bevor er Block übernahm, stellte die Entlassungen als proaktive strategische Entscheidung dar und nicht als Reaktion auf finanzielle Schwäche. Das Unternehmen meldete starke Quartalsergebnisse mit einem Bruttogewinn von 2,87 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 24 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Dorsey erklärte, dass KI-Werkzeuge in Verbindung mit kleineren Teams eine grundlegend neue Arbeitsweise ermöglichen, die verändert, was es bedeutet, ein Unternehmen aufzubauen und zu führen. Auf der Plattform X schilderte er, vor der Wahl gestanden zu haben zwischen schrittweisen Kürzungen über Monate hinweg oder entschlossenem Handeln — und er habe sich für Letzteres entschieden.

Der Umfang des Abfindungspakets für die betroffenen Beschäftigten spiegelt das Ausmaß der Einschnitte wider. Entlassene Mitarbeiter erhalten mindestens 20 Wochen Abfindung, wobei langjährige Beschäftigte zusätzliche Zahlungen bekommen. Aktienansprüche werden bis Ende Mai weiter übertragen, und ehemalige Angestellte behalten sechs Monate Krankenversicherungsschutz, ihre Firmengeräte und erhalten zusätzlich 5.000 Dollar. Die Stellenstreichungen betreffen alle Produktbereiche des Unternehmens, einschließlich der Zahlungsplattform Square für Händler und der Finanzdienstleistungs-App Cash App.

Die Wall Street reagierte begeistert auf die Ankündigung: Die Block-Aktie stieg in der folgenden Handelssitzung um bis zu 24 Prozent. Investoren werteten die Umstrukturierung als Signal, dass KI-getriebene Effizienzgewinne die Profitabilität des Unternehmens erheblich steigern dürften. Der Kursanstieg unterstrich einen wachsenden Markttrend, bei dem Unternehmen, die KI-bedingte Kostensenkungen ankündigen, von Aktionären belohnt werden, obwohl die menschlichen Kosten solcher Entscheidungen von Arbeitsrechtlern kritisiert werden.

Dorsey äußerte, was Ökonomen als eine der kühnsten Prognosen eines führenden Technologiemanagers bezeichneten: Innerhalb des nächsten Jahres werde die Mehrheit der Unternehmen zum selben Schluss kommen und ähnliche strukturelle Veränderungen vornehmen. Er betonte, er wolle lieber ehrlich und selbstbestimmt handeln, als reaktiv dazu gezwungen zu werden. Der Ökonom Anton Korinek warnte, die Ankündigung bringe möglicherweise einen Dominoeffekt in der Unternehmenswelt ins Rollen, da Wettbewerbsdruck andere Firmen zum Nachziehen bewegen dürfte.

Die Entlassungen bei Block haben eine breitere Debatte über die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf die Beschäftigung verschärft. Befürworter argumentieren, KI ermögliche höhere Produktivität mit weniger Arbeitskräften, doch Kritiker weisen darauf hin, dass die Fähigkeiten der Technologie überbewertet werden, um Sparmaßnahmen zu rechtfertigen. Einige Analysten merkten an, dass Block wie viele Technologieunternehmen während des Pandemie-Booms massiv eingestellt habe und die aktuellen Kürzungen ebenso sehr eine Korrektur dieser Überbesetzung sein dürften wie eine echte KI-getriebene Transformation. Die Entwicklung hat erneute Forderungen von Politikern und Gewerkschaften nach stärkerem Arbeitnehmerschutz und Umschulungsprogrammen ausgelöst.

Quellen: CNBC, Fortune, Bloomberg, BBC News, CNN Business

Kommentare