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Kolumbien bekämpft Waldbrand bei Villa de Leyva vor stärkerem El Niño

Veröffentlicht am 22. September 2026 10 Aufrufe

Kolumbianische Einsatzkräfte brachten einen großen Waldbrand nahe der historischen Stadt Villa de Leyva bis Montag zu 75 Prozent unter Kontrolle, nachdem die Flammen laut Behörden rund 338 Hektar Bergvegetation erfasst hatten. Das Feuer begann am Samstag im Gebiet La Castellana und am Hügel San Marcos im Departamento Boyacá. Die örtliche Führung rief den Katastrophenfall aus, veranlasste vorsorgliche Evakuierungen und setzte den Präsenzunterricht aus. Bis Montag meldeten die Stellen weder Verletzte noch zerstörte Wohnhäuser, allerdings entstanden Schäden an einer Herberge und an touristischen Wanderwegen.

Die nationale Einheit für Katastrophenrisikomanagement koordiniert nach eigenen Angaben die Reaktion mit nationalen und örtlichen Stellen. Rund 500 Feuerwehrleute, Polizisten, Soldaten, Kräfte des Zivilschutzes und des Roten Kreuzes, Einwohner sowie Freiwillige arbeiteten am Boden; Hubschrauber warfen Wasser über schwer zugänglichem Gelände ab. In einer frühen Phase absolvierten vier Luftfahrzeuge nach Angaben von Boyacás Gouverneur Carlos Amaya etwa 170 Abwürfe mit insgesamt rund 240.000 Litern. Starker Wind entfachte Glutnester immer wieder und erschwerte den Zugang zu den oberen Hängen.

Zeitweise rückte das Feuer bis auf wenige Hundert Meter an bewohnte Gebiete heran und bedrohte Hotels oberhalb des zentralen Platzes von Villa de Leyva. Die Teams schützten das koloniale Zentrum. Bis Montag verlagerte sich die aktivste Front vom historischen Viertel weg auf höheres Gelände an den Grenzen zu Chíquiza und Sáchica. Dadurch sank die unmittelbare Gefahr für Gebäude, doch die Flammen kamen dem Tier- und Pflanzenschutzgebiet Iguaque näher. Dieses umfasst auf 6.889 Hektar Páramo, hochandinen Wald und Gletscherseen.

Die Behörden untersuchen die Ursache. Umweltminister Fabio Arjona erklärte, erste Hinweise deuteten auf eine mögliche absichtliche Entzündung. Verantwortliche in Boyacá lobten bis zu 45 Millionen kolumbianische Peso für Informationen aus, falls sich eine Straftat bestätigt. Festnahmen gaben die Stellen bislang nicht bekannt, und sie betonten den vorläufigen Charakter dieser Annahme. Trockene Vegetation, steiles Gelände und kräftige Winde begünstigten nach der Entzündung die Ausbreitung.

Der Notfall gehört zu einer breiteren Zunahme von Bränden in Kolumbien. Die nationale Katastrophenbehörde beobachtete 27 Waldbrände, darunter 19 aktive Ausbrüche. Der Wetterdienst versah 279 Gemeinden mit einer Warnstufe, 36 davon mit der roten Alarmstufe. Von Associated Press zitierte Regierungszahlen weisen zwischen dem 16. Juni und dem 6. August 438 Waldbrände in 191 Gemeinden aus; betroffen waren etwa 7.153 Hektar. Auch Ecuador kämpfte gegen Feuer, nachdem dort in diesem Jahr mehr als 21.800 Hektar verbrannten.

Der regionale Ausblick bleibt angesichts des stärker werdenden El Niño im tropischen Pazifik besorgniserregend. Das Klimamuster kann in Teilen Kolumbiens Niederschläge verringern und Temperaturen erhöhen, Pflanzen austrocknen und so die Ausbreitung von Feuer erleichtern; Katastrophenschützer erwarten die größte Gefahr zwischen Oktober und April. Trotz der Schätzung von 75 Prozent bestanden in Villa de Leyva weiterhin aktive Glutnester. Die Behörden kündigten an, den Einsatz fortzusetzen, bis der Rand gesichert ist und Fachleute die Umweltschäden bewerten können.

Quellen: Associated Press, Colombia National Unit for Disaster Risk Management, EL PAÍS, Canal Capital

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