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DHS-Stilllegung erreicht 27 Tage - Demokraten im Senat blockieren Wiedereröffnung

Veröffentlicht am 13. März 2026 917 Aufrufe

Die teilweise Stilllegung des US-Heimatschutzministeriums dauert nun bereits 27 Tage an, ohne dass eine Lösung in Sicht wäre. Am Donnerstag lehnten die Demokraten im Senat einen Verfahrensantrag ab, der ein vom Repräsentantenhaus verabschiedetes Gesetz zur vollständigen Wiederherstellung der Finanzierung der Behörde vorangebracht hätte. Die Abstimmung verlief mit 51 zu 46 Stimmen weitgehend entlang der Parteilinien und verdeutlicht die tiefe Kluft zwischen den beiden Parteien in der Frage der Durchsetzung der Einwanderungspolitik. Die Republikaner benötigten 60 Stimmen, um die Verfahrenshürde zu überwinden, konnten jedoch nur einen einzigen demokratischen Abweichler gewinnen: Senator John Fetterman aus Pennsylvania.

Fetterman, der in Einwanderungsfragen zunehmend einen von seiner Partei unabhängigen Kurs einschlägt, stimmte als einziger Demokrat für das Vorantreiben der Gesetzgebung. Der Mehrheitsführer im Senat, John Thune aus South Dakota, stimmte aus verfahrenstechnischen Gründen dagegen und bewahrte sich damit die Möglichkeit, den Antrag zu einem späteren Zeitpunkt erneut einzubringen. Die übrigen Senatoren teilten sich streng entlang der Parteilinien auf und hinterließen die Kammer in einer Pattsituation, die keinerlei Anzeichen einer Auflösung zeigt.

Im Kern des Konflikts steht eine erbitterte Auseinandersetzung über die Finanzierung und Aufsicht der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE. Der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer, und sein Parteiflügel bestehen darauf, dass jedes Gesetz zur Wiedereröffnung des DHS strenge Reformen der ICE-Operationen enthalten muss, darunter neue Beschränkungen bei Durchsetzungsmaßnahmen und verstärkte Aufsichtsmechanismen. Die Republikaner weisen diese Forderungen entschieden zurück. Sie argumentieren, eine Schwächung der ICE inmitten einer ihrer Darstellung nach anhaltenden Grenzkrise sei unverantwortlich und gefährlich.

Die menschlichen Auswirkungen der Stilllegung verschärfen sich weiter, insbesondere an den Flughäfen des Landes. Rund 50.000 Sicherheitsbeamte der Transportsicherheitsbehörde TSA an großen Flughäfen im ganzen Land arbeiten ohne Bezahlung oder erhalten nur eine Teilentschädigung als unverzichtbare Beschäftigte, die an ihrem Arbeitsplatz bleiben müssen. Da die Frühjahrsreisesaison in vollem Gange ist, zeigt sich die Belastung des Systems deutlich. Die Wartezeiten bei TSA PreCheck sind dramatisch angestiegen, wobei einige Reisende von mehrstündigen Wartezeiten an stark frequentierten Drehkreuzen berichten. Das Global-Entry-Programm, das vorab genehmigten Reisenden eine beschleunigte Abfertigung ermöglicht, setzt die Trump-Regierung nach einer vorübergehenden Aussetzung nun wieder ein.

Die Demokraten versuchen den Druck abzumildern, indem sie einzelne Finanzierungsgesetze vorlegen, die sofort die Bezahlung und den Betrieb von Behörden wie der TSA und der Katastrophenschutzbehörde FEMA wiederherstellen sollen, während die umfassenderen Verhandlungen über die ICE-Reform weiterlaufen. Die Republikaner bezeichnen diesen Ansatz als politische Taktik, die darauf abzielt, populäre Programme herauszupicken und den eigentlichen Streitpunkt ungelöst zu lassen.

Der rhetorische Kampf zwischen beiden Seiten verschärft sich zunehmend. Republikanische Anführer werfen den Demokraten vor, das Leben der Amerikaner aufs Spiel zu setzen, indem sie kritische Heimatschutzoperationen als Geisel ideologisch motivierter Forderungen zur Aushöhlung der Einwanderungsdurchsetzung halten. Die Demokraten halten dagegen, dass die Republikaner die eigentlichen Verweigerer einer ehrlichen Verhandlungsführung seien, und betonen, dass eine bedeutsame Reform der ICE-Praktiken eine legitime und notwendige Bedingung für die Wiedereröffnung des Ministeriums darstelle.

Während die Stilllegung in ihre vierte Woche geht, ohne dass ein klarer Weg zum Kompromiss erkennbar wäre, breiten sich die Folgen immer weiter aus. Bundesangestellte stehen vor wachsenden finanziellen Schwierigkeiten, der Flughafenbetrieb gerät täglich stärker unter Druck, und die öffentliche Frustration über die Unfähigkeit Washingtons, diese Krise zu lösen, nimmt stetig zu.

Quellen: Reuters, The Hill, CNN, Fox News, CNBC

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