In der ostkongolesischen Provinz Ituri haben sich die Todesfälle unter Müttern während des Ebola-Ausbruchs nahezu verdoppelt, weil Angst und Falschinformationen Schwangere von Krankenhäusern fernhalten. Nach Daten des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen, über die Associated Press am Montag berichtete, stieg der wöchentliche Durchschnitt von 3,1 Todesfällen vor dem Ausbruch auf 5,8 zwischen dem 25. Mai und dem 19. Juli. Damit entstand neben der Epidemie eine zweite Gesundheitskrise.
Auch der Anteil der Todesfälle außerhalb medizinischer Einrichtungen stieg in diesem Zeitraum von 9,1 auf 17,4 Prozent, zeigen die UNFPA-Daten. Noemi Dalmonte, stellvertretende Landesvertreterin der Organisation im Kongo, erklärte, Gerüchte über Ebola verstärkten die Zurückhaltung bei der Suche nach Hilfe. Manche Frauen fürchten, dass gewöhnliches Fieber sofort zur Isolation führt, obwohl diese Annahme nicht den klinischen Abläufen entspricht.
Der Rückgang zeigt sich deutlich in Bunia, der Hauptstadt Ituris und dem Zentrum des Ausbruchs. Die Bénédicte-Klinik registrierte früher monatlich etwa 60 Frauen für die Schwangerschaftsvorsorge, jetzt sind es nach Angaben des ärztlichen Leiters Sonny Mwembo ungefähr zehn. Aufgeschobene Untersuchungen können gefährliche Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt unentdeckt lassen, bis eine Notfallbehandlung geringere Erfolgschancen hat.
Gleichzeitig bindet die Ebola-Bekämpfung knappe Beschäftigte und Vorräte in fünf betroffenen Provinzen. Hilfsorganisationen berichten, Einrichtungen verlagerten Ressourcen aus wichtigen Geburtshilfediensten. Mindestens 44 infizierte Gesundheitskräfte starben, weitere Beschäftigte protestierten gegen ausstehende Löhne. Seit Beginn des Ausbruchs im Mai registrierten die Behörden außerdem mindestens zwölf Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen und Einsatzteams, was Vertrauen und Zugang weiter schwächt.
Schon vor dem Ausbruch trug der Kongo eine der weltweit schwersten Lasten durch Müttersterblichkeit. Mindestens 19.000 Frauen starben dort 2023 an Schwangerschaftskomplikationen, belegen die jüngsten UN-Zahlen. Das entspricht der Zahl in Indien und liegt weltweit nur hinter Nigeria. In Afrika südlich der Sahara ereignen sich jährlich etwa 180.000 schwangerschaftsbedingte Todesfälle, ungefähr 70 Prozent der globalen Gesamtzahl.
Die Bundibugyo-Form von Ebola verbreitet sich durch direkten Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten oder verunreinigten Materialien. Laut Weltgesundheitsorganisation gibt es dafür weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine spezifische Behandlung. Klinische Hinweise der US-Gesundheitsbehörde CDC nennen für infizierte Schwangere erhöhte Risiken einschließlich Fehlgeburten. Verlässliche Aufklärung, sichere Einrichtungen, Schutzausrüstung und eine ununterbrochene Geburtshilfe sollen verhindern, dass behandelbare Komplikationen tödlich enden.
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