UN-Vertreter warnten am 15. September in Genf, dass die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo trotz örtlicher Fortschritte weiterhin weit verbreitet sei. WHO-Epidemiologe Olivier le Polain erklärte laut Reuters, es sei zu früh, einen Höhepunkt festzustellen. Um die Epidemie einzudämmen, seien Monate anhaltender Unterstützung nötig.
Am Dienstag veröffentlichte Regierungszahlen nannten laut Reuters 7.258 bestätigte Fälle und 3.510 Todesfälle in sieben Provinzen. Die Agentur bezeichnete den Ausbruch als den zweittödlichsten seit Beginn der Aufzeichnungen, nach der westafrikanischen Epidemie von 2014–2016. Die Angaben sind kumuliert; sie erfassen keine Neuinfektionen eines einzelnen Tages.
UN-Ebola-Koordinator Julien Harneis erklärte bei der Pressekonferenz, Teile von Ituri und Bunia machten Fortschritte, während die Fallzahlen in Nord-Kivu weiter stiegen. Laut WHO unterscheidet sich die Lage örtlich stark: Süd-Kivu meldet seit Mai keine neuen Fälle, setzt aber die Überwachung und die Suche nach Infektionen fort.
Kongos Gesundheitsminister Samuel Roger Kamba hatte am Samstag erklärt, die täglichen neuen Fälle seien von rund 120 auf etwa 80 gesunken. Den früheren Wert ordnete er einem Höhepunkt Mitte August zu. Laut Reuters verzeichneten 10 der 62 betroffenen Gesundheitszonen seit mehr als 22 Tagen keine neuen Fälle. Kamba mahnte dennoch weitere Wachsamkeit an.
Harneis zufolge erschweren schwache Infrastruktur und Angriffe auf Einsatzkräfte die Arbeit in einem riesigen betroffenen Gebiet über zwei Zeitzonen. Die meisten Einwohner unterstützten die Maßnahmen, betonte er. Laut UN-Briefing half die Abstimmung zwischen Behörden, Hilfsorganisationen und Africa CDC dabei, die Zahl verfügbarer Betten zu erhöhen.
Die UN-Vertreter forderten mehr Mittel und weitere Anstrengungen auch in Gebieten, die derzeit keine Fälle melden. Le Polain warnte, auf frühe Verbesserungen könne eine erneute Ausbreitung folgen. Harneis erklärte, unzureichende Finanzierung könne eine Rückkehr der Epidemie ermöglichen. Trotz örtlicher Erfolge blieb die Einschätzung der WHO daher vorsichtig.
Kommentare