Zurück zur Startseite Experimenteller Wirkstoff DT-109 kehrt schwere Fettlebererkrankung um, indem er den Darm schützt Gesundheit

Experimenteller Wirkstoff DT-109 kehrt schwere Fettlebererkrankung um, indem er den Darm schützt

Veröffentlicht am 12. Juli 2026 672 Aufrufe

Ein experimenteller Wirkstoff hat in Tierstudien eine schwere Fettlebererkrankung umgekehrt, indem er den Darm reparierte und schädliche Giftstoffe daran hinderte, die Leber zu erreichen, wie Forschende von Michigan Medicine berichteten. Die Verbindung mit der Bezeichnung DT-109 ließ eine mit Stoffwechselstörungen verbundene Steatohepatitis abklingen, eine fortgeschrittene und zunehmend häufige Form der Lebererkrankung, so die in The Journal of Clinical Investigation veröffentlichte Studie.

Das Leiden, oft mit MASH abgekürzt, stellt ein schweres Stadium der Fettlebererkrankung dar, bei dem die Fettansammlung von Entzündung und Vernarbung begleitet wird. Es ist zu einem wachsenden globalen Gesundheitsproblem geworden, eng verbunden mit Adipositas und Stoffwechselstörungen, während wirksame Therapien rar bleiben und viele Patienten Gefahr laufen, eine Zirrhose oder ein Leberversagen zu entwickeln.

Das Forschungsteam unter Leitung von Eugene Chen von der medizinischen Fakultät der University of Michigan richtete den Blick auf die Verbindung zwischen Darm und Leber. Es stellte fest, dass ein zentraler Treiber der Krankheit die Vermehrung des Bakteriums Clostridium perfringens ist, das im Darm Ammoniak produziert. Erhöhte Ammoniakwerte greifen die innere Auskleidung des Verdauungstrakts an und schwächen die Darmbarriere, sodass Giftstoffe hindurchdringen und die Leber erreichen, wo sie schädliche Entzündungsreaktionen auslösen.

DT-109, eine aus der Aminosäure Glycin aufgebaute Verbindung in Form eines kleinen dreiteiligen Peptids, unterbrach diesen Vorgang. In Tests an Mäusen und an nichtmenschlichen Primaten verringerte es das Vorkommen von Clostridium perfringens und senkte die Ammoniakproduktion im Darm, stärkte die Darmbarriere und stellte die Unversehrtheit von Darm und Leber wieder her. Indem der Wirkstoff den zugrunde liegenden Darm-Leber-Weg statt allein die Leber angeht, adressierte er eine Grundursache der Erkrankung.

Der Ansatz ist bemerkenswert, weil er die schwere Fettlebererkrankung als eine teils vom Darm angetriebene Störung neu deutet und damit einen anderen Behandlungsweg eröffnet. Die Bestätigung der Wirkung bei nichtmenschlichen Primaten, deren Biologie der des Menschen näher kommt, stützt den Forschenden zufolge die Annahme, dass sich der Mechanismus auf den Menschen übertragen lässt.

Trotz der vielversprechenden Ergebnisse stammen die Befunde aus Tiermodellen und erfordern klinische Studien am Menschen, bevor eine Therapie verfügbar werden könnte. Dennoch weist die Arbeit auf eine mögliche neue Strategie für eine Krankheit hin, die Patienten derzeit nur begrenzte Optionen bietet, und unterstreicht die wachsende Erkenntnis, dass die Gesundheit des Darms Erkrankungen weit über das Verdauungssystem hinaus prägen kann.

Quellen: Michigan Medicine, ScienceDaily, Medical Xpress, EurekAlert, The Journal of Clinical Investigation

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