Während Senegals Trainer Pape Thiaw nach dem Sieg seiner Mannschaft beim Afrika-Cup 2025 im Rampenlicht steht, tauchen alte Gerüchte über einen Fall häuslicher Gewalt aus seiner Zeit als Spieler in den sozialen Medien wieder auf. Eine Untersuchung der Fakten enthüllt eine komplexere Geschichte als die Gerüchte vermuten lassen, wobei entscheidende Details oft aus der Erzählung weggelassen sind.
Der Vorfall geht auf Mai 2008 zurück, als Thiaw für US Créteil in Frankreich spielte. Die Anklage lautete auf häusliche Gewalt gegen seine damalige Ehefrau, eine französische Anwältin, mit dem Vorwurf, er habe ihr bei einem Streit die Nase gebrochen. Der Fall kam vor Gericht, aber Thiaw erschien nicht, da er sich kürzlich einer Operation unterzogen hatte und körperlich nicht in der Lage war, an der Verhandlung teilzunehmen.
Aufgrund seiner Abwesenheit verurteilte das Gericht Thiaw in Abwesenheit zu einem Jahr Gefängnis und stellte einen Haftbefehl aus. Dieses anfängliche Urteil ist das, worauf viele Menschen verweisen, wenn sie über den Fall sprechen, aber es stellt nur einen Teil der Geschichte dar. Das französische Rechtsverfahren erlaubt es Angeklagten nach einer Verurteilung in Abwesenheit, Berufung einzulegen und einen vollständigen Prozess zu erhalten, sobald sie erscheinen.
Nach seiner Genesung erschien Thiaw vor den Justizbehörden, und die Behörden wiesen ihn im Rahmen des Rechtsverfahrens für 20 Tage zur psychiatrischen Beobachtung in ein Krankenhaus ein. Sein Anwalt legte daraufhin Berufung gegen das Versäumnisurteil ein. Beim Berufungsprozess, bei dem Thiaw anwesend war und sich verteidigen durfte, fiel das Ergebnis völlig anders aus.
Das Berufungsgericht sprach Thiaw von allen Anklagen vollständig frei. Wie der ehemalige Spieler in einem Interview mit der französischen Zeitung La Dépêche erklärte, habe das Gericht ihn bei der Berufungsverhandlung vollständig entlastet. Sein Strafregister ist sauber und er setzte seine professionelle Fußballkarriere fort, spielte anschließend in Spanien, bevor er schließlich zum Trainerjob wechselte.
Das Scheidungsverfahren, das auf den Vorfall folgte, hatte erhebliche finanzielle Folgen für Thiaw. Laut senegalesischen Medienberichten kostete ihn die Scheidung einen beträchtlichen Teil seines Vermögens, da er einen Gütergemeinschaftsvertrag mit seiner Frau unterzeichnet hatte. Nach seiner Spielerkarriere, während der er beachtliche Summen verdient hatte, soll Thiaw finanzielle Schwierigkeiten erlebt haben.
Thiaws Spielerkarriere umfasste 26 Ligue-1-Spiele und 6 Tore für den FC Metz. Er gehört zu mehreren senegalesischen Nationalspielern mit rechtlichen Problemen in Frankreich während ihrer Karriere, neben Souleymane Diawara, El Hadji Diouf und Lamine Diatta, obwohl sein Fall mit einem vollständigen Freispruch endete.
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