Die US-Notenbank Federal Reserve hielt ihren Leitzins am 28. Oktober bei 3,75–4 Prozent, während zwei Mitglieder eine Erhöhung forderten. Die Zentralbank in Washington erklärte, die Inflation bleibe erhöht und weitere Informationen würden die Politik bestimmen. Sie veröffentlichte ihre Erklärung um 14 Uhr US-Ostküstenzeit.
Der Offenmarktausschuss stimmte mit 10 zu 2 Stimmen für die Pause. Gouverneurin Lisa Cook und Beth Hammack, Präsidentin der Fed von Cleveland, bevorzugten eine Erhöhung um einen Viertelprozentpunkt. Ihr Votum für eine straffere Politik zeigt unterschiedliche Ansichten darüber, wie rasch die Bank auf anhaltenden Preisdruck reagieren sollte.
Die Fed bezeichnete das Wirtschaftswachstum als kräftig, die Binnennachfrage als widerstandsfähig und die Investitionen als robust. Der Beschäftigungszuwachs hielt demnach mit der Erwerbsbevölkerung Schritt, während die Arbeitslosigkeit kaum schwankte. Geopolitische Entwicklungen trügen jedoch zur erhöhten Unsicherheit bei.
Die Verantwortlichen bekräftigten das Inflationsziel von 2 Prozent und erklärten, weitere Informationen würden bei der Wahl der angemessenen Politik helfen. Laut Reuters lässt die weithin erwartete Pause die Kreditkosten vor den US-Zwischenwahlen in der folgenden Woche unverändert. Einen Zeitplan für eine weitere Erhöhung gab es nicht.
US-Aktien schlossen höher, nachdem sie während der Entscheidung und der Pressekonferenz von Fed-Chef Kevin Warsh geschwankt hatten, berichtete Reuters. Warsh erklärte dort, die Bank habe ihren Willen und ihre Bereitschaft zum Handeln signalisiert. Anleger achteten zugleich auf die Ergebnisse großer Unternehmen.
Im Fokus stehen nun die für den 29. Oktober erwarteten Wirtschaftsdaten. Reuters verwies auf den Konsumausgabenbericht des Handelsministeriums mit dem bevorzugten Inflationsmaß der Fed sowie dessen erste Schätzung zum Wachstum im dritten Quartal. Diese könnten die Zinserwartungen vor der Dezembersitzung beeinflussen.
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