Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen hat am 7. September in Rom das zehnjährige Bestehen des ersten verbindlichen internationalen Abkommens gewürdigt, das gezielt illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei bekämpft. Nach Angaben der FAO vereint das Übereinkommen über Hafenstaatmaßnahmen inzwischen 86 Vertragsparteien, die 110 FAO-Mitglieder repräsentieren. Damit gelten seine Regeln für fast drei Viertel der Küstenstaaten.
Das Abkommen soll illegal gefangenen Fisch stoppen, bevor er auf Märkte gelangt. Ausländische Fischereischiffe benötigen vor dem Einlaufen in ausgewiesene Häfen eine Genehmigung und müssen Angaben zu Identität, Lizenzen, Fangtätigkeit und Ladung vorlegen. Hafenbehörden dürfen Schiffe kontrollieren, bei Hinweisen auf illegale Aktivitäten die Einfahrt oder Dienstleistungen verweigern und Erkenntnisse mit Flaggenstaaten sowie anderen Regierungen teilen.
Laut FAO führen die Vertragsparteien jährlich mehr als 22.000 Kontrollen in annähernd 700 ausgewiesenen Häfen durch. Moldau hinterlegte als jüngstes Land seine Beitrittsurkunde und erweitert damit ein System, das im Juni 2016 in Kraft trat. Generaldirektor Qu Dongyu erklärte, die wachsende Beteiligung zeige ein breiteres Verständnis dafür, dass illegale Fischerei Grenzen überschreitet und einen schnelleren internationalen Austausch von Kontrolldaten verlangt.
Die Umsetzung bleibt unterschiedlich, weil wirksame Prüfungen ausgebildete Kontrolleure, rechtliche Befugnisse, Ausrüstung und verknüpfte Datensysteme erfordern. Die FAO leistete mehr als 80 Mitgliedern technische Hilfe und unterstützte den Aufbau entsprechender Fähigkeiten. Sie fordert Staaten auf, die 2023 beschlossene Bali-Strategie vollständig anzuwenden, die mehr Beitritte und einen beschleunigten weltweiten Austausch von Hafeninspektionsdaten vorsieht.
Das Jubiläum fällt mit der 37. Sitzung des FAO-Fischereiausschusses vom 7. bis 11. September zusammen. Delegierte beraten über illegale Fischerei, Klimaanpassung, Kleinfischerei, bedrohte Wasserarten und internationale Meeresabkommen. Die Gespräche folgen auf ein Rekordjahr: Fischerei und Aquakultur erzeugten 2024 weltweit 235 Millionen Tonnen, erreichten einen Handelswert von 184 Milliarden Dollar und sicherten mehr als 600 Millionen Menschen eine Lebensgrundlage, berichtet die FAO.
Vor dem Ende der Sitzung soll der Ausschuss politische Empfehlungen für Regierungen und regionale Fischereiorganisationen formulieren. Engere Abstimmung zwischen Häfen kann illegale Fischerei verteuern und erschweren, weil verdächtige Schiffe ihren Fang nicht anlanden oder in rechtmäßige Lieferketten einschleusen können. Entscheidend bleibt, ob die steigende Mitgliederzahl in allen großen Fangregionen zu verlässlichen Kontrollen, rascher Datenweitergabe und konsequenter Nachverfolgung führt.
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