Zurück zur Startseite WMO warnt vor Rückschritten bei sauberer Luft durch Feuerrauch und Hitzewellen Umwelt

WMO warnt vor Rückschritten bei sauberer Luft durch Feuerrauch und Hitzewellen

Veröffentlicht am 7. September 2026 0 Aufrufe

Die Verschmutzung durch intensivere Waldbrände und Hitzewellen droht Fortschritte für sauberere Luft umzukehren und die Gefahren für Menschen und Ökosysteme zu erhöhen. Das erklärte die Weltorganisation für Meteorologie in einem neuen globalen Bulletin, das sie am 7. September in Genf veröffentlichte. Die UN-Organisation fordert gemeinsame Klima- und Luftreinhaltepolitik, weil sich beide Probleme gegenseitig verstärken.

Das jährliche Bulletin zu Luftqualität und Klima nutzt Beobachtungen und Forschung aus dem WMO-Netzwerk Global Atmosphere Watch und untersucht die Verschmutzungsmuster des Jahres 2025. Im Mittelpunkt stehen Feinstaub der Größe PM2,5, bodennahes Ozon sowie Aerosole wie Ruß und Mikroplastik. In vielen Regionen erfassen Messsysteme diese weitverbreiteten und potenziell schädlichen Stoffe noch unzureichend.

Die WMO verzeichnete wegen erhöhter Feueraktivität überdurchschnittliche PM2,5-Konzentrationen im Norden Kanadas, in Teilen Russlands und im westlichen Zentralafrika. Außergewöhnliche Brände im Spätsommer machten auch Nordwestspanien zu einem Schwerpunkt. In China blieben die Werte dank sinkender menschlicher Emissionen unter dem langfristigen Mittel, während Indien wegen Biomasseverbrennung und anderer Quellen über dem Durchschnitt lag.

Das Bulletin verweist auf eine Studie, der zufolge sich extreme Rauchereignisse seit den 1990er-Jahren weltweit verdreifacht haben. Zwischen 2010 und 2018 trugen sie jährlich zu fast 100.000 zusätzlichen Todesfällen bei; Forschende halten selbst diese Zahl für möglicherweise zu niedrig. Eine weitere epidemiologische Studie ergab, dass herkömmliche Modelle auf Grundlage des gesamten PM2,5 die dem Waldbrandrauch zurechenbare Sterblichkeit um bis zu 93 Prozent unterschätzen, weil Rauchpartikel giftiger sein können.

Hitze schafft eine weitere Gefahr, indem sie die Ozonbildung nahe dem Boden beschleunigt. Hohe Temperaturen, stehende Luft und intensive Sonneneinstrahlung erhöhten während Hitzewellen im Südosten der USA, in Europa und China die Ozonwerte, erklärte die WMO. Langfristige Belastung hängt vor allem mit Todesfällen durch Atemwegserkrankungen zusammen; zudem schädigt Ozon Ernten und Ökosysteme. Künftige Zunahmen könnten Zehntausende zusätzliche vorzeitige Todesfälle verursachen.

Die Organisation verlangt stärkere Beobachtungssysteme und abgestimmte Maßnahmen gegen Treibhausgase sowie klassische Schadstoffe. Sie verwies außerdem auf Ruß, der sich auf Schnee und Eis ablagert und deren Schmelze beschleunigt, sowie auf Mikroplastik, das über die Atmosphäre abgelegene Gebiete erreicht. Das zum Internationalen Tag der sauberen Luft veröffentlichte Bulletin hält bessere Überwachung für entscheidend, da extremes Feuerwetter häufiger auftritt und die Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation schwerer einzuhalten sind.

Quellen: World Meteorological Organization, Reuters, United Nations Environment Programme

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