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UN warnt vor Überschreiten der 1,5-Grad-Schwelle in wenigen Jahren

Veröffentlicht am 3. September 2026 0 Aufrufe

Die globale Erwärmung wird nach Einschätzung des Umweltprogramms der Vereinten Nationen in den nächsten Jahren 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau überschreiten. Das am 2. September in Nairobi veröffentlichte Gutachten bezeichnet einen raschen Anstieg über die Schwelle, gefolgt von einem Höchststand und einem Rückgang, als besten verbleibenden Weg zurück unter das Ziel des Pariser Abkommens.

Der Bericht mit dem Titel Limiting Overshoot verlagert den Schwerpunkt: Statt jede längerfristige Überschreitung verhindern zu wollen, soll die Welt deren Höhe und Dauer begrenzen. UNEP hält 1,5 Grad weiterhin für das Ziel, weil jedes zusätzliche Zehntelgrad die Gefahren für Menschen, Wirtschaft und Ökosysteme erhöht. Der Wert bildet keine einzelne Grenze zwischen Sicherheit und Katastrophe.

Im optimistischsten untersuchten Szenario erreicht die Erwärmung etwa 1,8 Grad, sofern Staaten ehrgeizige Klimazusagen vollständig umsetzen. Reuters berichtete, dass die derzeitige Politik dagegen bis 2100 auf eine mittlere Erwärmung von ungefähr 2,6 Grad hindeutet. Laut Mitautor Joeri Rogelj erhöht jede Verzögerung der Emissionssenkung um fünf Jahre den späteren Höchststand um mindestens 0,1 Grad.

UNEP verlangt sofortige und dauerhafte Einschnitte bei Kohlendioxid und Methan, einen schnelleren Abschied von fossilen Brennstoffen sowie stärkere Anpassung an unvermeidbare Folgen. Nach Netto-Null braucht die Welt negative Nettoemissionen und muss mehr Kohlenstoff aus der Atmosphäre entfernen als freisetzen. Wiederhergestellte Wälder helfen, doch auch streng kontrollierte Technologien können nötig sein; tiefgreifende Emissionssenkungen ersetzen sie nicht.

Die Risiken steigen sowohl mit der Höhe als auch mit der Dauer der Überschreitung. Das Gutachten nennt heftigere Extremwetterereignisse, unsichere Nahrungs- und Wasserversorgung, Gesundheitsschäden, den Verlust von Ökosystemen sowie Gefahren für flache Inseln und Küstenstädte. Es warnt außerdem vor unumkehrbaren Kipppunkten bei großen Eisschilden, dem Amazonaswald und der Atlantikzirkulation sowie vor Grenzen der Anpassung.

Eine Rückkehr unter 1,5 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts bleibt theoretisch möglich, aber höchst unsicher; eine spätere Abkühlung macht nicht sämtliche Verluste der wärmeren Zeit rückgängig. UNEP fordert Regierungen deshalb auf, Klimaschutz und Investitionen in Widerstandsfähigkeit sofort zu verbinden. Ein niedrigerer Gipfel und eine kürzere Überschreitung retten Leben, verringern wirtschaftliche Schäden und geben gefährdeten Gesellschaften mehr Raum zur Anpassung.

Quellen: United Nations Environment Programme, Reuters, Associated Press, Le Monde

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