Brajan Gruda erzielte in der 89. Minute einen atemberaubenden Ausgleichstreffer und bereitete das andere Leipziger Tor vor, als RB Leipzig am Samstag am 22. Spieltag der Bundesliga im Red Bull Arena zweimal einen Rückstand aufholte und ein 2:2-Unentschieden gegen den VfL Wolfsburg erkämpfte. Mohamed Amoura und der eingewechselte Mattias Svanberg hatten den Gästen eine 2:1-Führung beschert, doch Gruda zirkelte einen herrlichen Schuss aus 15 Metern in den Winkel und verweigerte Wolfsburg damit einen unbezahlbaren Auswärtssieg. Das Ergebnis versetzte Leipzigs Champions-League-Ambitionen einen Dämpfer, bescherte Wolfsburg aber einen wertvollen Punkt im Abstiegskampf, alles vor 35.787 Zuschauern.
Die erste Halbzeit gehörte nahezu vollständig Leipzig, das bei rund 65 Prozent Ballbesitz eine Fülle von Chancen herausspielte, ohne den Durchbruch zu erzielen. Wolfsburgs Torwart Kamil Grabara lieferte eine Serie herausragender Paraden, um sein Team im Spiel zu halten, allen voran die spektakuläre Rettungstat bei Conrad Harders akrobatischem Fallrückzieher in der 19. Minute und die Fingerspitzenparade bei einem Gruda-Abschluss aus kürzester Distanz in der 41. Minute. Leipzig erlitt in der 29. Minute einen Rückschlag, als Torwart Peter Gulacsi sich verletzte und Maarten Vandevoordt als Ersatz ins Spiel kam, was die ohnehin frustrierende erste Hälfte für die Gastgeber zusätzlich belastete, die zehn Schüsse auf das Wolfsburger Tor abgefeuert hatten, ohne etwas Zählbares mitzunehmen.
Nach der Pause änderte sich das Bild dramatisch, als Wolfsburg in der 52. Minute gegen den Spielverlauf traf. Adam Daghim überspielte zwei Leipziger Verteidiger auf der rechten Seite und legte präzise zurück auf Amoura, dessen direkter Schuss über Vandevoordt hinwegsegelte und im Netz landete. Leipzig antwortete mit gesteigerter Dringlichkeit, und die Beharrlichkeit zahlte sich in der 70. Minute aus, als Grabaras verunglückter Abschlag direkt bei Gruda landete, der nach vorne stürmte und selbstlos auf Yan Diomande querlegte, der von der rechten Strafraumseite zum 1:1 einschob.
Wolfsburg stellte die Führung in der 78. Minute durch Svanberg wieder her, der in der 60. Minute eingewechselt worden war. Der schwedische Mittelfeldspieler nahm den Ball im Strafraum an und schlenzte einen abgeklärten Linksschuss ins lange Eck, an dem Vandevoordt keine Chance hatte. Als Leipzig bereits vor einer Niederlage stand, war es Gruda, der in der 89. Minute einen Moment der Magie erzeugte. Nachdem Maximilian Arnolds Klärungsversuch im Strafraum misslang, schaltete Gruda blitzschnell und zirkelte den Ball von rund 15 Metern herrlich in den Winkel, ein Traumtor, das das Red Bull Arena in Ekstase versetzte.
Das Unentschieden belässt Leipzig auf dem fünften Tabellenplatz mit 40 Punkten, zwei Zähler hinter dem Viertplatzierten Stuttgart auf dem letzten Champions-League-Qualifikationsplatz, wobei Bayer Leverkusen mit nur einem Punkt Rückstand und einem Nachholspiel lauert. Für Wolfsburg brachte der Punkt etwas Luft zum Relegationsplatz, die Mannschaft liegt als 15. mit 20 Punkten unter Daniel Bauer, der das Team seit der Entlassung von Paul Simonis stabilisiert hat. Leipzigs Trainer Ole Werner dürfte nicht nur die verlorenen Punkte beschäftigen, sondern auch die Verletzung von Gulacsi vor dem richtungsweisenden Heimspiel gegen Borussia Dortmund am kommenden Samstag.
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