Zurück zur Startseite Kelvinwellen könnten Meeresspiegel an US-Westküste um bis zu 30 Zentimeter anheben Umwelt

Kelvinwellen könnten Meeresspiegel an US-Westküste um bis zu 30 Zentimeter anheben

Veröffentlicht am 4. Oktober 2026 0 Aufrufe

Der Meeresspiegel an der US-Westküste könnte diesen Monat um bis zu etwa 30 Zentimeter steigen, während Kelvinwellen nach Norden ziehen. Das berichten Associated Press und AFP am 3. Oktober. Wissenschaftler warnen, dass diese mit El Niño verbundenen Warmwasserimpulse die Gefahr von Küstenüberschwemmungen und Stranderosion erhöhen könnten, wenn sie mit hohen Gezeiten und Stürmen zusammentreffen.

Nach Angaben von AP könnte der herannahende Impuls das Wasser um etwa 15 bis 30 Zentimeter anheben, mit Auswirkungen von Kalifornien bis Oregon und Washington. Befragte Fachleute erwarten weitere Impulse zwischen Oktober und Februar. Die Zahlen beschreiben einen erwarteten Anstieg, keine bereits überall entlang der Küste gemessene Erhöhung.

Das Phänomen unterscheidet sich von einem Tsunami oder einer brechenden Brandungswelle. AFP beschreibt eine breite, anhaltende Wasseraufwölbung entlang der Küste. NOAA Fisheries erläutert, dass schwächere oder umgekehrte Äquatorialwinde Wellen erzeugen, die den Pazifik ostwärts durchqueren und anschließend entlang der amerikanischen Küste nach Norden ziehen.

Dillon Amaya, Meereswissenschaftler an der North Carolina State University, erklärte AFP, dass der höhere Wasserstand die Wirkung von Sturmfluten, starkem Seegang und außergewöhnlich hohen Gezeiten verstärken kann. Wärmeres Wasser dehne sich außerdem aus und trage zum Anstieg bei. Die Gefahr hängt somit vom Zusammenspiel der Meeres- und Wetterbedingungen ab, weniger vom Impuls allein.

Die Umweltrisiken reichen unter die Oberfläche. NOAA Fisheries erklärt, dass Kelvinwellen die Grenze zwischen wärmerem Oberflächenwasser und kälterem Tiefenwasser absenken. El Niño kann zudem die Winde abschwächen, die normalerweise kaltes, nährstoffreiches Wasser nach oben transportieren. Gemeinsam erwärmen diese Prozesse die Küstengewässer und verändern die Lebensbedingungen im Meer.

Die NOAA-Bewertung des Kalifornienstroms nennt anhaltende Wärme ein wesentliches Risiko für Meeresressourcen, wenn El Niño auf bestehende marine Hitzewellen folgt. Die Behörde überwacht das Ökosystem mit Satelliten, Forschungsfahrten und Partnerinstitutionen und bittet Fischereibesatzungen um ungewöhnliche Beobachtungen. Diese Überwachung soll die Entwicklung beim Eintreffen der Impulse im Herbst und Winter erfassen.

Quellen: Associated Press (October 3, 2026), AFP via Phys.org (October 3, 2026), NOAA Fisheries, NOAA California Current Integrated Ecosystem Assessment

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