Die deutsche Discounter-Supermarktkette Lidl hat angekündigt, alle Fernsehwerbung in Frankreich einzustellen, wobei sie zu restriktive Vorschriften als Hauptgrund für den dramatischen Strategiewechsel im Marketing anführt.
Regulatorische Frustrationen treiben Entscheidung an
Das Unternehmen plant, sein Werbebudget auf Online-Videoplattformen umzuleiten, die es als « starken Entwicklungshebel » zur Erreichung französischer Verbraucher beschreibt. Ein Dekret von 1992 verbietet es Einzelhändlern, zeitlich begrenzte Werbeangebote im Fernsehen zu bewerben.
Rechtsstreitigkeiten und hohe Strafen
Im Juli wurde Lidl vom Pariser Berufungsgericht verurteilt, 43 Millionen Euro Schadensersatz an den Konkurrenten Intermarché für illegale Werbepraktiken zu zahlen.
Frankreichs zweitgrößter Werbetreibender
Laut Kantar Media ist Lidl Frankreichs zweitgrößter Werbetreibender über alle Sektoren und Medien hinweg, mit fast 400 Millionen Euro an Brutto-Werbeinvestitionen in den ersten drei Quartalen des Jahres.
Expansionspläne bestehen weiter
Trotz des Werbewechsels bleibt Lidl Frankreich einer aggressiven Expansion verpflichtet und strebt 2.000 Geschäfte gegenüber den aktuell über 1.600 Standorten an.
Kommentare