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NASA legt den 1. April 2026 als Starttermin für die bemannte Mondmission Artemis II fest

Veröffentlicht am 13. März 2026 876 Aufrufe

Die NASA gab am 12. März 2026 bekannt, dass sie den Starttermin für Artemis II, die erste bemannte Mission zum Mond seit über 50 Jahren, offiziell festgelegt hat. Die Raumfahrtbehörde bestätigte, dass sich am 1. April 2026 ein sechstägiges Startfenster am Kennedy Space Center in Florida öffnet und damit einen historischen Meilenstein für die Rückkehr der Menschheit in den tiefen Weltraum markiert. Die Mission schickt vier Astronauten auf einen etwa 10-tägigen Vorbeiflug um den Mond an Bord des Orion-Raumschiffs, das von der leistungsstarken Space-Launch-System-Rakete gestartet wird.

Die Besatzung von Artemis II setzt sich zusammen aus den NASA-Astronauten Reid Wiseman als Kommandant, Victor Glover als Pilot und Christina Koch als Missionsspezialistin sowie dem Astronauten der Kanadischen Weltraumagentur Jeremy Hansen, ebenfalls als Missionsspezialist. Die Besatzung schreibt gleich in mehrfacher Hinsicht Geschichte: Victor Glover ist der erste schwarze Astronaut, der zum Mond fliegt, Christina Koch ist die erste Frau auf dem Weg zum Mond, und Jeremy Hansen ist der erste Nicht-Amerikaner bei einer Mondmission. Diese Meilensteine unterstreichen das Engagement der NASA für Vielfalt und internationale Zusammenarbeit in der Weltraumforschung.

Artemis II baut auf dem Erfolg von Artemis I auf, dem unbemannten Testflug, der Ende 2022 erfolgreich den Mond umkreiste. Während dieser Mission entfernte sich das Orion-Raumschiff weiter von der Erde als jedes andere für den Menschentransport konzipierte Fahrzeug zuvor und bewies damit die Leistungsfähigkeit sowohl der SLS-Rakete als auch der Orion-Kapsel. Artemis II fliegt eine ähnliche Flugbahn, diesmal jedoch mit Astronauten an Bord, und testet dabei kritische Lebenserhaltungssysteme, Navigationsprozeduren und Kommunikationsfähigkeiten in der Umgebung des tiefen Weltraums jenseits der niedrigen Erdumlaufbahn.

Die etwa 10-tägige Mission bringt die Besatzung rund 370 000 Kilometer von der Erde weg, vorbei an der Rückseite des Mondes, bevor sie zur Erde zurückkehrt. Im Gegensatz zu den Apollo-Missionen der 1960er und 1970er Jahre zielt das Artemis-Programm darauf ab, eine dauerhafte Präsenz auf und um den Mond herum aufzubauen und langfristig bemannte Landungen sowie den Bau einer Mond-Orbitalstation zu ermöglichen. Das letzte Mal reisten Menschen im Dezember 1972 mit der Apollo-17-Mission zum Mond, weshalb Artemis II ein bedeutendes Ereignis für eine neue Generation der Weltraumforschung darstellt.

Mit Blick auf die Zukunft hat die NASA ihre Pläne für Artemis III vorgestellt, die ursprünglich als erste bemannte Mondlandung seit der Apollo-Ära geplant war und nun für Mitte 2027 erwartet wird. Ende Februar 2026 gab die Behörde jedoch einen überarbeiteten Ansatz für diese Mission bekannt. Anstatt 2027 eine Landung auf der Mondoberfläche zu versuchen, konzentriert sich Artemis III auf Rendezvous- und Andocktests in einer niedrigen Erdumlaufbahn mit kommerziell entwickelten Mondlandern. Dieser angepasste Zeitplan spiegelt die technische Komplexität wider, Menschen sicher auf die Mondoberfläche zurückzubringen, und berücksichtigt neue kommerzielle Partnerschaften.

Die Ankündigung hat weltweit Begeisterung in der wissenschaftlichen Gemeinschaft ausgelöst. Raumfahrtagenturen und Forschungseinrichtungen begrüßen das Artemis-Programm als transformativen Fortschritt. Internationale Partner, darunter die Europäische Weltraumorganisation, die Japanische Weltraumbehörde und die Kanadische Weltraumagentur, tragen alle Technologie und Fachwissen zum übergreifenden Artemis-Rahmenwerk bei. Das Programm steht für ein neues Modell der Weltraumforschung, das auf der Zusammenarbeit zwischen Regierungsbehörden und der Privatwirtschaft basiert.

Während sich das Startfenster am 1. April nähert, führen Ingenieure und Techniker der NASA am Kennedy Space Center die letzten Vorbereitungen an der SLS-Rakete und dem Orion-Raumschiff durch. Die Behörde betont, dass die Sicherheit der Besatzung oberste Priorität hat und der Starttermin bei technischen Bedenken während der Vorstarttests angepasst werden kann. Für Millionen von Menschen weltweit verkörpert die Artemis-II-Mission eine Erneuerung des Entdeckergeistes, der die Menschheit vor mehr als einem halben Jahrhundert erstmals über die Erdumlaufbahn hinausgetragen hat.

Quellen: Reuters, NASA, NPR, Scientific American, Space.com

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