Paraguay sorgte am Sonntag für eine der größten Sensationen in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft und eliminierte den vierfachen Weltmeister Deutschland in einem dramatischen Elfmeterschießen im Gillette Stadium in Foxborough, Massachusetts. Das Achtelfinale endete nach Verlängerung 1:1, bevor Paraguay sich mit 4:3 im Elfmeterschießen durchsetzte. Damit erlitt Deutschland erstmals in der WM-Geschichte eine Niederlage vom Elfmeterpunkt — ein historischer Tiefpunkt für die DFB-Elf.
Paraguay ging in der 42. Minute in Führung, als Julio Enciso eine präzise Flanke von Matias Galarza per Kopf ins Netz beförderte und Manuel Neuer keine Chance ließ. Deutschland, als klarer Favorit in die Partie gegangen, sah sich gezwungen, dem Rückstand hinterherzulaufen, und tat sich schwer, die resolute paraguayische Abwehr zu überwinden.
Kai Havertz glich in der 54. Minute per Kopf nach einer Flanke von Florian Wirtz aus, und der Vierfach-Weltmeister schien die Kontrolle über das Spiel zurückzugewinnen. Das Spiel nahm dann eine kontroverse Wendung: Jonathan Tah traf nach einer Ecke ins Netz, doch der VAR annullierte den Treffer wegen eines Fouls am paraguayischen Torhüter. Diese Entscheidung verwehrte Deutschland ein mögliches Siegtor und schickte die Partie in die Verlängerung.
Da keine der beiden Mannschaften in den zusätzlichen 30 Minuten einen Treffer erzielen vermochte, ging das Spiel ins Elfmeterschießen, wo sich Paraguays Torhüter Orlando Gill als Held erwies. Gill parierte die Elfmeter von Kai Havertz und Nick Woltemade, während Manuel Neuer die deutschen Hoffnungen kurzzeitig am Leben hielt, indem er einen Strafstoß hielt, nachdem Toni Sanabria auf paraguayischer Seite verschossen hatte. Dann jedoch jagte Jonathan Tah seinen Versuch über die Latte — ein Fehlschuss, der sich als entscheidend herausstellte.
Jose Canale verwandelte den entscheidenden Elfmeter im Sudden Death und löste damit grenzenlose Freude bei den paraguayischen Spielern und Anhängern aus. Die Niederlage stellt das früheste Ausscheiden Deutschlands als vierfacher Weltmeister dar und zählt zu den spektakulärsten Ergebnissen in der 96-jährigen Turniergeschichte. Trainer Julian Nagelsmann hatte Paraguay vor dem Spiel als unbequemen Gegner bezeichnet, und seine Worte erwiesen sich auf die denkbar schlechteste Weise als prophetisch.
Paraguay trifft nun im Achtelfinale auf Marokko und reist mit dem Schwung dieser außergewöhnlichen Leistung an. Für Deutschland beginnt sofort die Aufarbeitung — Fragen zur kontroversen VAR-Entscheidung, zu den Fehlschüssen im Elfmeterschießen und zur generellen Ausrichtung des Nationalteams stehen im Raum. Das Ergebnis reiht sich ein in die wachsende Liste von Überraschungen bei der WM 2026 in den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada.
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