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Bericht: Nur 3,5 Prozent der Weltmeere sind wirksam geschützt

Veröffentlicht am 24. September 2026 0 Aufrufe

Nur 3,5 Prozent der Weltmeere gelten als wirksam geschützt, obwohl rund 10 Prozent für den Naturschutz ausgewiesen sind. Das geht aus einem am 23. September veröffentlichten Bericht von Together for the Ocean hervor. Nach der Analyse würden bestehende Zusagen bis 2030 lediglich etwa 12 Prozent der Meere erfassen. Das internationale Ziel liegt bei mindestens 30 Prozent. Die Ergebnisse rücken den Meeresschutz in den Mittelpunkt der nächsten Verhandlungen über die biologische Vielfalt.

Fast 200 Staaten vereinbarten das 30-Prozent-Ziel 2022 im globalen Biodiversitätsrahmen von Kunming und Montreal. Der neue Bericht, den Systemiq mit Naturschutzpartnern erstellte, untersucht die Lücke zwischen der Ausweisung von Schutzgebieten und ihrer tatsächlichen Verwaltung. Reuters berichtete, dass eine begleitende weltweite Bewertung rund 20 Prozent der Landflächen und Binnengewässer als formal geschützt oder erhalten einstuft.

Als Maßstab für wirksamen Schutz nutzt die Analyse vollständig oder besonders streng geschützte Gebiete. Sie weist darauf hin, dass in manchen angerechneten Zonen weiterhin schädliche Tätigkeiten wie Grundschleppnetzfischerei erlaubt sind. Etwa 33 Prozent der Mangroven liegen in ausgewiesenen Gebieten, doch nur 0,3 Prozent genießen strengen oder vollständigen Schutz. Bei Seegras liegen die entsprechenden Werte bei 34 und 1,1 Prozent. Diese Zahlen beschreiben den Schutzstatus und messen den Zustand einzelner Ökosysteme nicht direkt.

Auch die Finanzierung bleibt hinter dem Bedarf zurück. Für das Meeresziel veranschlagt der Bericht etwa 16 Milliarden US-Dollar jährlich; die derzeitigen Ausgaben liegen bei ungefähr 1,8 Milliarden. Rund die Hälfte der Küstenstaaten hat ein beziffertes und befristetes nationales Meeresschutzziel. Selbst bei vollständiger Umsetzung aller vorhandenen Zusagen bliebe der größte Teil der Meere außerhalb der für 2030 angestrebten Gebietsausweisung.

Die Ergebnisse erhöhen den Druck vor der UN-Biodiversitätskonferenz, die am 19. Oktober in Eriwan, Armenien, beginnt. Der Bericht empfiehlt stärkere nationale Pläne, dauerhafte Finanzierung, Überwachung und Durchsetzung sowie Schutz auf Hoher See durch das Hochseeschutzabkommen. Das Übereinkommen über die biologische Vielfalt erklärte unabhängig davon, sein Entwurf einer globalen Bilanz zeige, dass die Umsetzung schneller vorankommen müsse.

Regierungen müssen nun entscheiden, wie aus ausgewiesenen Zonen dauerhafte Schutzmaßnahmen entstehen und ob sie ihre Zusagen vor 2030 ausweiten. Die Schätzung von 3,5 Prozent hängt von der gewählten Definition wirksamen Schutzes ab. Die Prognose von 12 Prozent setzt voraus, dass Staaten ihre bestehenden Zusagen erfüllen. Die nächste UN-Bilanz wird prüfen, welche konkreten Schritte daraus folgen.

Quellen: Together for the Ocean, Reuters, Convention on Biological Diversity, Deutsche Welle

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