Sri Lankas Rumesh Tharanga Pathirage gewann am Freitag bei den Commonwealth Games 2026 in Glasgow den Titel im Speerwurf der Männer. In einem der mit größter Spannung erwarteten Endkämpfe setzte er sich vor den Indern Neeraj Chopra und Yash Vir Singh durch. Die offiziellen Ergebnisse führen Chopra mit 85,83 Metern auf Rang zwei und Singh mit persönlicher Bestleistung von 85,41 Metern auf Rang drei, womit Indien zwei Podestplätze hinter dem Champion aus Sri Lanka belegte.
Im Finale im Scotstoun Stadium trat ein außergewöhnlich erfolgreiches Feld an. Dazu gehörten der Jahresweltbeste Pathirage, der Olympiasieger von Tokio und Pariser Olympiazweite Chopra, Pakistans amtierender Olympia- und Commonwealth-Champion Arshad Nadeem, Grenadas zweimaliger Weltmeister Anderson Peters sowie Keshorn Walcott aus Trinidad und Tobago, der 2012 Olympiagold gewann.
Pathirage reiste nach seinem 92,62-Meter-Wurf bei der Diamond League in Rom im Juni als Favorit nach Glasgow. Diese Weite bedeutete sri-lankischen Rekord und Weltjahresbestleistung. Laut World Athletics übertraf damit erstmals ein Athlet aus Sri Lanka die 90-Meter-Marke; zugleich war es der beste Männerwurf seit Nadeems olympischem Rekord von 92,97 Metern in Paris 2024. Sein Commonwealth-Sieg bestätigte seine herausragende Frühjahrsform nun auch in einem großen Meisterschaftsfinale.
Chopras Versuch über 85,83 Meter sicherte ihm bei seiner Rückkehr zu den Commonwealth Games Silber. Singh erreichte mit 85,41 Metern einen bedeutenden persönlichen Durchbruch und vollendete das indische Doppel auf dem Podest. Das Ergebnis verhinderte zugleich Nadeems Titelverteidigung nach seinem Erfolg von Birmingham 2022 mit dem damaligen Spielerekord von 90,18 Metern. Die Organisatoren hatten das erneute Duell zwischen Chopra und Nadeem besonders beworben, doch Pathirage prägte den Ausgang.
Das Podest verdeutlichte den wachsenden Einfluss Südasiens in einer Disziplin, die lange europäische Werfer dominierten. Sportler aus Sri Lanka und Indien besetzten in Glasgow alle drei Medaillenplätze, zwei Jahre nachdem Nadeem und Chopra bei Olympia in Paris Gold und Silber für Pakistan und Indien errungen hatten. Pathirages Aufstieg bringt nun ein drittes Land der Region dauerhaft in die internationale Spitzengruppe.
Die Commonwealth Games laufen in Glasgow bis Sonntag, den 2. August, weiter. Das abschließende Leichtathletikprogramm sowie Medaillenentscheidungen im Boxen, Judo, Bahnradsport, Bowls und Netball beeinflussen noch die Gesamtwertung. Für Pathirage bildet der Titel einen weiteren Höhepunkt einer Saison, die ihn vom aufstrebenden Kandidaten zu einem wichtigen Anwärter für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles gemacht hat.
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